Für Schulen

Für Schulen bieten das BFU und Amnesty International gemeinsam Vorträge, Diskussionen und Workshops in 9. bis 13. Klassen an sowie die Gestaltung von Projekttagen. In der Regel sind damit Unterrichtsbesuche gemeint, jedoch sind auch Abendveranstaltungen für Schüler/Eltern/Lehrer möglich oder, bei kleinen Gruppen, Besuche in den Räumen des BFU oder von Amnesty International Ulm.

In Zusammenarbeit mit Schriftsteller/innen, die sich in erzählender Form der Schicksale von Folterüberlebenden und Opfern organisierter Gewalt angenommen haben, können ergänzend Autorenlesungen vermittelt werden, die den trockenen Statistiken und Fakten ein menschliches Gesicht geben. Weitere Informationen sowie Kontaktadressen finden Sie unter Bildung.

Materialempfehlungen

Menschenrechte im Unterricht – Das Lehrbuch

Herausgegeben von Marion Schweizer, Edition Menschenrechte im Horlemann-Verlag, 160 S., € 12,90

Schon vor zehn Jahren aktualisierte und bekräftigte die Kultusministerkonferenz ihre Empfehlung zur Förderung der Menschenrechtsbildung: Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, für die Verwirklichung der Menschenrechte einzutreten und sich deren Missachtung zu widersetzen.

Dieses Lehrerbuch gibt Pädagogen eine Fülle von Ideen und Materialien an die Hand, mit denen sie Menschenrechtsthemen in den Sekundarstufen so behandeln können, dass die Jugendlichen dabei kognitive und auch soziale Kompetenzen entwickeln.

Zu jedem der 5 Unterrichtsmodelle bietet die Edition Menschenrechte einen Themenband mit verständlich aufbereiteten Sachinformationen und Fallgeschichten.

Die Autoren/innen der Themenbände können zur Vertiefung der Thematik für Lesungen und Diskussionen in den Unterricht eingeladen werden. Für Seminare in der Lehrerfortbildung können zusätzlich dazu auch die Autoren/innen des Lehrerbuches als Referenten/innen gewonnen werden.

Kontakt: kultur@amnesty-ulm.de

Unterrichtseinheiten, Handreichungen und Unterrichtsmodelle zum Download

Von Amnesty International werden zur Zeit über 50 Unterrichtseinheiten zu den wichtigsten Themen rund um die Menschenrechte und aktuelle Menschenrechtsverletzungen angeboten. Eine Auswahl finden Sie auf den Seiten des Lehrerportals von Amnesty:

www.wissen-gegen-willkuer.de

Der direkte Link zu den (natürlich kostenlosen) Download-Materialien lautet:

http://www.wissen-gegen-willkuer.de/WGW/MaterialVonAiZurMenschenrechtsbildung

Amnesty International Report 2009 – Zur weltweiten Lage der Menschenrechte

S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M., 496 S., € 14,90

Sachbuch mit Berichten zur Lage der Menschenrechte in ca 150 Ländern der Welt.

Amnesty macht Schule.

Herausgegeben von Amnesty International 2008 Heft A4, Spiralbindung ca 100 S., A4, € 6.-

Sammlung von Unterrichtseinheiten für die Jahrgangsstufen 5 – 13 für verschiedene Unterrichtsfächer über zahlreiche Menschenrechtsthemen.
Bezug: Amnesty International Ulm

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Wissen gegen Willkür

Herausgegeben von der STIFTUNG LESEN in Zusammenarbeit mit Amnesty International, 2008 Broschüre A4, 48 S.

Sorgfältig zusammengestellte Broschüre mit Handreichungen und Unterrichtseinheiten zu einer Auswahl zentraler Menschenrechtsthemen. Die Themen werden von Experten in interessanten, didaktisch aufbereiteten Texten verdeutlicht. Mithilfe von begleitendem Material wie Lektüre-Angeboten und Unterrichtseinheiten sollen Jugendliche für die Menschenrechte sensibilisiert und ermutigt werden, sich im eigenen Umfeld aktiv für ein faires Miteinander einzusetzen. Empfohlen für Lehrer und Schüler der 7. – 12. Klassen. In Ulm kann die Broschüre kostenlos bezogen werden, auch in größeren Stückzahlen (Klassensätze).

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Lehrermappe Menschenrechtsbildung

A-4 Mappe , ca 24 S., € 2,50.-

Ein Pfad durch den Dschungel der Materialien mit einer Auswahl von Unterrichtseinheiten, Lektüre-Vorschlägen, Medien und Materialien zu 12 ausgesuchten Themen sowie mit praktischen Tipps und Angeboten zur Unterstützung vor Ort.

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Künstler für Menschenrechte – Hörbuch Literatur & Musik

2 CDs, ca 150 Min., € 7.-

Zwei Konzertlesungen mit Literatur & Musik von Fiechtner & Vesely als Benefiz-Produktion für Amnesty, UNESCO, Casa Alianza und dem Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm. Die Texte (Gedichte und Kurzgeschichten) und Lieder behandeln Menschenrechtsthemen auf unterschied-lichen Wegen und in vielfältigen Formen und eignen sich daher als „Fundgrube“ für die Ergänzung und Auflockerung von Unterricht. Die besondere Mischung aus teils eingängigen, teils literarisch und musikalisch anspruchsvollen Texten und Liedern bietet Material für die Bandbreite von 7. – 13. Klassen.

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Audio-CD: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als Hörbuch

Benefiz-CD , € 7.-.

Menschenrechte hören statt lesen: Der vollständig rezitierte Text der Menschenrechtserklärung, im Hintergrund zurückhaltend kommentiert mit Klangeffekten und Musik und ergänzt mit einem Lied.
Empfohlen zur Auflockerung des Unterrichts und zur Vertiefung des Textes.

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Von Myrah Adams. Das KZ Oberer Kuhberg in Ulm 1933 -1935 . Katalog zur Ausstellung in der Gedenkstätte. 64. S., 138 Abb., € 10.-

Bezug: DZOK, E-Mail: dzok@gmx.de

„Württembergisches Schutzhaftlager Ulm“ – Ein frühes Konzentrationslager im National-Sozialismus (1933 – 1935).

Herausgegeben vom Oberschulamt Tübingen und dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg. Materialien für den Besuch der Ulmer KZ-Gedenkstätte mit Schülern. 120 S., 15 Abb., € 8.-

Bezug: DZOK, E-Mail: dzok@gmx.de

Film : „…dass es so etwas gibt, wo man Menschen einsperrt…“ – Das KZ Oberer Kuhberg bei Ulm.

Ein Film von Bernhard Häusle und Siegi Jonas, 33. Min., € 18.-

Bezug: DZOK, E-Mail: dzok@gmx.de

Film: »Die Weiße Rose«?

Der Film »Die Weiße Rose« von Dr. Michael Verhoeven, der 1982 erschien (und nach wie vor als einer der authentischsten gilt), ist für Schulklassen über die Ulmer DenkStätte Weiße Rose zu entleihen. Der Film zeigt die Entwicklung der Weißen Rose ab Sophie Scholls Studienbeginn im Mai 1942 in München. Gerne ist die Mitarbeiterin der DenkStätte bereit, den Film zu begleiten.

Ausstellung: Die Würde des Menschen ist (un)antastbar

Diese Wanderausstellung von Amnesty International über Folter, nicht zu verwechseln mit der fast gleichnamigen Ausstellung vom DZOK, wurde bereits mit großem Erfolg in über 100 Städten gezeigt. Sie behandelt in umfassender und informativer, dennoch zurückhaltender Form die Folter und damit den Angriff auf die Menschenwürde in heute rund der Hälfte aller Länder der Welt. Auf plakative Darstellungsformen wurde verzichtet, ausgestellt werden keine Folterinstrumente, sondern belletristische Texte und nüchterne Sachinformationen sowie abstrahierte künstlerische Objekte. Die Ausstellung besteht aus ca. 30 Bannern/Fahnen an Gestellen sowie 7 Kunstobjekten deschilenischen Künstlers und Folterüberlebenden Sergio Vesely. Der Transport ist einfach, Auf- und Abbau können von 4 Helferinnen in weniger als zwei Stunden bewältigt werden. Sie benötigt rund 100 qm Stellfläche.
Auf Wunsch können zusammen mit der Ausstellung Vorträge, Lesungen und Konzertlesungen gebucht werden, um deren organisatorische Belange sich Amnesty International kümmert.

Ausleihe: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Mehr Informationen: www.amnesty-ulm.de

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Das Mini-Buch für die Hosentasche.

Herausgegeben von Amnesty International. € 1.-, Klassensätze ermäßigt.

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Eine Miniatur-Version der Menschenrechtserklärung, die man mit sich herumtragen kann. Auf Wunsch auch in zweisprachiger Fassung Deutsch/Englisch.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verkündet von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948.

Mit Illustrationen von Lee Doreen Böhm, mit einem Vorwort von Juli Zeh und einem Nachwort von Mario Früh, Wolfgang Grätz und Peter Schenk. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M., Wien, Zürich 2005, 80 S., € 14,90

Besonders schöne, reich illustrierte Ausgabe. Es ist ein Vorzug der Illustrationen, dass sie die Umsetzung der Menschenrechte zeigen – und nicht etwa Schreckensbilder ihrer Missachtung. Zehs gleichermaßen bündiges wie aussagekräftiges Vorwort rundet den Band ab.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Das Bilderbuch für Kinder.

Paperback, € 5.-, Klassensätze ermäßigt.

Bezug per E-Mail: menschenrechtsbildung@amnesty-ulm.de

Vereinfachte, illustrierte Fassung der Menschenrechtserklärung für Kinder im Grundschulalter.

Buchreihe: Edition Menschenrechte

Erscheint im Horlemann – Verlag, herausgegeben von Marion Schweizer in Zusammenarbeit mit Amnesty International. Alle Bücher als Paperbacks, 144 S., € 12,80.-

Ein erfolgreiches Konzept für die Menschenrechtsbildung – ein Buch und ein Thema, aber zwei sich ergänzende Vermittlungswege: In kompakter, übersichtlicher Form bietet ein Sachteil umfassend Fakten zu aktuellen Menschenrechtsverletzungen: Geschichte, Ursachen und Wirkungen, Hintergründe, Zahlen, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten. Hinzu kommen literarische Kurzgeschichten, die den nüchternen Fakten ein menschliches Gesicht geben. Die bisher 5-bändige Reihe wird fortgesetzt und mit Unterrichtsmaterialien ergänzt. Als Klassenlektüre sind die Bücher für 9. – 12. Klassen geeignet, in Auszügen auch für 8. Klassen. Bisher erschienen sind Bücher zu den Themen Folter, Geheime Haft, Asyl, Todesstrafe, Kinder und Streubomben

Mehr Info: http://www.edition-menschenrechte.de/index.php/buecher

Buchempfehlungen

Verteidigung der Menschenwürde

Cover verteidigung der menschenwuerde

Etwa 25 bis 30 Prozent der Flüchtlinge in Europa sind ehemalige Folteropfer oder wurden durch andere Formen der Gewalt, etwa als zivile Opfer von Kriegen, schwer traumatisiert. Die Anzahl der Flüchtlinge, die heute aus Diktaturen und Kriegsgebieten nach Deutschland kommen, steigt immer weiter an. Hinzu kommen Menschen, die als politische Gefangene in den Gefängnissen der DDR misshandelt worden sind.

Auf Initiative von Amnesty International wurde 1995 das Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer (BFU) gegründet, das sich seither bundesweit ein hohes Ansehen erworben hat. Es ist eines von 26 Behandlungszentren in Deutschland, die auf Betreiben von Bürgerinitiativen und Menschenrechtsorganisationen gegründet werden mussten, weil das deutsche Gesundheitssystem auf die Opfer staatlicher Gewalt unzureichend vorbereitet ist.

Zum 20-jährigen Bestehen des BFU berichten wir in diesem Buch über die Hilfe für Folteropfer.

Fiechtner/Drößler/Bercher/Schlichenmaier (Hg.): Verteidigung der Menschenwürde. Die Arbeit des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm, Edition Kettenbruch, Ulm/Stuttgart/Aachen, September 2015, 264 Seiten, E-Book und Printbook bei epubli.

Erhältlich direkt bei epubli als Taschenbuch.

Christine Grunert: Asyl – bedrohtes Recht

Edition Menschenrechte. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2008, 144. S., € 12,90.-

Sie flüchten vor Verfolgung, Krieg, Gewalt und Tod. Sie überqueren Grenzen, Flüsse, Gebirge und Meere und riskieren dabei ihr Leben. Sie nehmen Gefahren und Strapazen auf sich, um einen sicheren Ort zu erreichen. Doch alles ist umsonst, wenn sie ausgewiesen und abgeschoben werden. Angesichts von Millionen Flüchtlingen macht Europa seine Grenzen dicht. Einige der ärmsten Länder der Welt nehmen längst mehr Flüchtlinge auf als alle europäischen Staaten zusammen. Das Asylrecht ist in Gefahr. Zwei Geschichten erzählen von der Flucht. John, ein Kindersoldat aus dem Senegal, entflieht den Rebellen, für die er kämpfen muss, und schlägt sich allein durch den gefährlichen Busch. Familie Gashi aus dem Kosovo flieht vor dem Krieg erst nach Albanien und dann nach Deutschland und baut sich ein neues Leben auf. Alles entwickelt sich gut. Bis zu dem Tag, an dem es heißt, sie müssten zurück … Ein ausführlicher Sachteil informiert über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland, Europa und weltweit, über die Ursachen von Flucht und Vertreibung, über Herkunfts- und Zielländer, über die Entwicklung des Asylrechts, über Flüchtlingshilfe, Abschiebungspraxis und die Frage, was man für Flüchtlinge tun kann.

Urs M. Fiechtner: Folter – Angriff auf die Menschenwürde.

Edition Menschenrechte. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2008, 144. S., € 12,80.-

Sechs authentische, literarisch gelungene Kurzgeschichten erzählen von den Opfern, aber auch von solchen Menschen, die zu Tätern wurden. Sie machen deutlich, wie Folter „funktioniert“ und wie sie sich verselbstständigt. Ein informativer Sachteil liefert dazu Informationen über die Folter, ihre Geschichte, ihre politischen und gesellschaftlichen Hintergründe, ihre Methoden und ihre physischen und psychischen Folgen. Dem Autor ist es gelungen, trotz des Themas ein lesbares, sehr beeindruckendes Buch entstehen zu lassen, das einfühlsam, aber aus vernünftiger Distanz auf die Geschichten der Opfer eingeht und auf alle plakativen, reißerischen oder aufdringlich moralisierenden Elemente verzichtet. Als Lektüre empfohlen für 9. bis 12. Klassen, in Auszügen für 8. Klassen.

Tahar Ben Jelloun: Das Schweigen des Lichts

Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2003, 252 S., € 8,90

Der in Frankreich und Marokko durchaus umstrittene Roman thematisiert die Verschleppung, Folterung und teilweise auch Ermordung marokkanischer Soldaten nach dem gescheiterten Putschversuch gegen König Hassan II. Dieser bestrafte 58 Soldaten besonders hart: Achtzehn Jahre lang mussten sie in winzigen dunklen Zellen und unter schlimmsten hygienischen Bedingungen dahinvegetieren, bevor die Überlebenden auf internationalen Druck hin freigelassen wurden.

Elsa Osorio: Mein Name ist Luz.

Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2007, 432 S., 9,90 €

Den historischen Hintergrund des eindrucksvollen Romans bildet die argentinische Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983. In dieser Zeit wurden über 500 Kinder und Kleinkinder inhaftierter Regimegegnerinnen systematisch geraubt und von Militärs adoptiert. Viele Jahre nach Ende der Militärdiktatur kommt in einigen wenigen Familien die Wahrheit ans Licht – so auch bei Luz, einer jungen Frau, die selbst Opfer dieser Praxis geworden ist.

Reiner Engelmann, Urs M. Fiechtner (Hg.): Frei und gleich geboren. Ein Menschenrechte-Lesebuch.

Aktualisierte, erweiterte Ausgabe bei cbt Bertelsmann 2008, 288 S., Taschenbuch, € 7,95.-

Das sehr erfolgreiche und vielfach empfohlene, 2008 noch einmal aktualisierte und erweiterte Lesebuch eignet sich besonders für einen Einstieg in das komplexe Thema „Menschenrechte“ und für die fächerübergreifende Beschäftigung mit vielen Themen, darunter Folter und Asyl. Belletristische Texte sind verbunden mit Sachtexten, Gedichten, Kurzgeschichten, Berichten und Dokumentationen – eine Fundgrube für Lehrer/innen, die für 8. – 13. Klassen geeignete Texte suchen.
Für Theater-AGs und den Deutschunterricht bietet das Buch die bisher einzige dramatisierte Fassung der Menschenrechtserklärung an.

Urs M. Fiechtner, Sergio Vesely: Geschichten aus dem Niemandsland. Texte über Menschenwürde und Menschenrechte.

Schmetterling Verlag, 4. aktualisierte Auflage 2008, 128 S., Paperback, € 8,80

Eine auf literarische Vielfalt angelegte Sammlung von authentischen Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit grundlegenden, aktuellen Themen rund um den Menschenrechtsbegriff beschäftigen. Die Texte greifen auf hohem literarischem Niveau, aber dennoch immer verständlich, reale Biografien auf und machen sie zu übertragbaren Mustern für die alltägliche Auseinandersetzung um die Rechte und die Würde des Menschen überall in der Welt.

Im selben Verlag ist eine umfassende Unterrichtseinheit zum Buch erschienen:

Sven Schmolke / Tanja Kurzrock: Geschichten aus dem Niemandsland – Angebote für die Arbeit in der Literaturwerkstatt und zur Öffnung von Unterricht. Ein Unterrichtsmodell für die Jahrgangsstufen 9 – 12

Heft, A-4, 58 Seiten. Schmetterling-Verlag Stuttgart.

Urs M. Fiechtner: Annas Geschichte. Die Geschichte einer Verschwundenen.

dtv, München 1996, 160 S., € 6,80.-, 15. Auflage mit aktualisiertem Nachwort 2008.

Dieser mit vielen Literaturpreisen bedachte Roman erzählt von einem der dunkelsten Kapitel der lateinamerikanischen Geschichte – von der Entführung, Folterung und Ermordung Oppositioneller während der Epoche der Militärdiktaturen etwa in Chile oder Argentinien. Am Beispiel einer jungen Frau, die sich couragiert gegen die Diktatur auflehnt, wird die auch heute noch in vielen Ländern der Welt gängige Praxis der politischen Haft und des „Verschwindenlassens“ eindrucksvoll dargestellt. Das Buch hat sich in allen Bundesländern als Klassenlektüre in 8. bis 11. Klassen aller Schularten bewährt. Der Autor steht für Lesungen und Diskussionen zur Verfügung. Zum Buch bietet der dtv-Lehrerservice eine Unterrichtseinheit an.

Urs M. Fiechtner: Verschwunden – In geheimer Haft.

Edition Menschenrechte. Horlemann Verlag, Bad Honnef 2008, 160. S., € 12,80.-

Mithilfe eines informativen Sachteils und zwei beeindruckenden Erzählungen bietet der Autor einen multiperspektivischen Zugang zur menschenverachtenden Praxis (und Geschichte) des „Verschwindenlassens“. Es wird deutlich, dass das Verschleppen, Foltern und Ermorden missliebiger Personen im staatlichen Auftrag heute weit verbreitet ist, unter anderem im Umgang mit Verdächtigen im so genannten „Krieg gegen den Terror“. Als Lektüre empfohlen für 9. bis 12. Klassen, in Auszügen für 8. Klassen. Preisgünstige Klassensätze können über das Ulmer Büro von Amnesty International bezogen werden.

Ken Saro-Wiwa: Lemonas Geschichte.

dtv, München 2004, 217 S., € 9,50

Dieser letzte Roman Saro-Wiwas entstand im Gefängnis, unmittelbar vor der Hinrichtung des bekannten Schriftstellers und Menschenrechtlers. Er erzählt von Lemona, die fünfundzwanzig Jahre in einem nigerianischen Gefängnis gesessen und lange auf ihre Hinrichtung gewartet hat. Am letzten Tag ihres Lebens erhält Lemona Besuch von Ola, der Tochter ihrer damaligen Opfer. Lemona erzählt der jungen Frau ihre Lebensgeschichte, die von Gewalt, Armut, Ausbeutung und Missbrauch geprägt ist.

Mahmut Baksi, Elin Clason: In der Nacht über die Berge.

dtv junior, München 2001, 126 S., € 5,50

Baksi erhielt in der Türkei aufgrund seines Engagements für die kurdische Minderheit Publikationsverbot und entzog sich einer drohenden Gefängnisstrafe durch seine Flucht ins Exil. Im vorliegenden Roman erzählt er exemplarisch von der Flucht einer kurdischen Familie, deren Dorf von türkischen Soldaten überfallen und danach dauerhaft terrorisiert wird. Es bleibt nur eine Möglichkeit – mitten in der Nacht flieht die Familie in Richtung Syrien.

Urs M. Fiechtner: Mario Rosas. Die Geschichte einer Flucht.

terre des hommes, Osnabrück 2002, 216 S., € 7,50

Ausgehend von einem authentischen, detailliert recherchierten Fall entfaltet Fiechtner die Geschichte einer Familie, die durch zwei Diktaturen entwurzelt worden ist. Es ist die Geschichte der Flucht eines chilenischen Oppositionellen und seiner mühsamen Integration in Deutschland – dem Land, aus dem einst seine jüdischen Eltern vor den Verfolgungen der Nazis nach Südamerika geflohen sind. Ohne in eine triviale Schwarzweißmalerei zu verfallen und mit vielen scharfsichtigen und humorvollen Beobachtungen stellt Fiechtner das Leben eines Asylbewerbers aus der Perspektive des Betroffenen dar und öffnet dem (deutschen) Leser damit einen interessanten Blick auf sich selbst.

Eugénie Musayidire: Mein Stein spricht.

Horlemann Verlag, Bad Honnef 1999, 71 S., € 7,60

2007 erhielt Musayidire, die seit ihrer Flucht 1970 in der Bundesrepublik lebt und hier auch Asyl erhalten hat, den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Zu diesem Anlass erschien die vorliegende Sonderausgabe mit 19 Gedichten, die sich alle mit demselben Thema auseinandersetzen: die Ermordung der Mutter sowie weiterer Verwandter und Freunde der Autorin während des Genozids in Rwanda 1994. Die einfach anmutenden Gedichte spiegeln eindrucksvoll die intensiven Gefühle der Autorin wider: Liebe, Trauer und Wut, zuweilen aber auch den Wunsch nach Rache.

Armin Greder: Die Insel. Eine tägliche Geschichte.

Sauerländer Verlag, Aarau, Frankfurt a. M. 2002, 32 S., zur Zeit vergriffen

Dieses mutige, preisgekrönte Bilderbuch präsentiert mit kraftvollen, expressionistisch anmutenden Kreidezeichnungen und einem dichten Text die Geschichte eines Flüchtlings, der mit seinem Floß den rettenden Strand einer Insel erreicht. Obwohl die Inselbewohner in Wohlstand leben, ist die Bereitschaft, den Fremden aufzunehmen, sehr gering. Rasch verbreiten sich Misstrauen und Angst vor dem Fremden. Schließlich wird der Fremde wieder dem Meer preisgegeben, die Insel wird zur Festung ausgebaut.

Liesel Willems: Gülgin sagte es leise. Geschichten über Flüchtlingskinder bei uns.

Terre des hommes, Osnabrück 2003, 111 S., € 7,90

Der Band enthält 34 sehr kurze Erzählungen, die selten mehr als zwei Druckseiten umfassen und sich bereits für junge Leser ab etwa zehn Jahren eignen. Die kurzen Texte geben einen wichtigen Einblick in die Innenwelt der Flüchtlingskinder und helfen so, Verständnis für das Schicksal der Opfer von Flucht und Vertreibung zu wecken. Der Anhang bietet zudem wichtige Hintergrundinformationen zu den Erzählungen und zur Arbeit von terre des hommes.

Klaus-Peter Wolf: Die Abschiebung. Oder: Wer tötete Mahmut Perver?

Buch und Media Verlag, München 2002, 126 S., € 9,95

In diesem mehrfach ausgezeichneten und auch verfilmten Roman setzt sich Wolf kritisch mit der deutschen Gesellschaft und der hiesigen Asylpraxis auseinander. Eine besondere Qualität des bereits 1984 erschienen Romans liegt darin, dass er nichts beschönigt und auf ein glückliches Ende verzichtet. Berichte von Pro Asyl und anderen Organisationen über die aktuelle Menschenrechtssituation in Deutschland verdeutlichen, dass Wolfs Erzählung nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat.