Patientenstatistiken

Statistik 2014

Statistik 2013

Statistik 2012

Statistik 2011

Statistik Folteropfer 2010

Gesamtstatistik 2009

Statistik Folteropfer 2009

Gesamtstatistik 2008

Statistik Folteropfer 2008


 

Jahresbericht 2014 des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm (BFU) ?

1. Methodik der Leistungserfassung ?

Für die Bewertung der Leistungen im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm wurde im Juni 2011 eine Therapieevaluation eingeführt, die 2014 fortgesetzt wurde.

Zur Behandlungsevaluation wurden eine Anfangs-, Zwischen-, und Abschlusserhebung durchgeführt. Dabei wurden u. a. Fragen zur aktuellen Befindlichkeit wie auch zu Veränderungen im Laufe der Therapie erfasst, sowohl als Einschätzungen von Seiten des Therapeuten, wie auch als Einschätzungen von Seiten der Patienten. Aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse wurde der Fragebogen als Interview während der Therapiestunde mit Hilfe eines Dolmetschers durchgeführt. Die Anfangserhebung wurde in der Regel am Ende der probatorischen bzw. diagnostischen Sitzungen erfasst. Diese lag bei 93 der 99 Patienten vor. Bei 6 Patienten fand lediglich ein Erstkontakt (1–2 Sitzungen) statt, daher wurden nur demographische Daten erfasst. Die Zwischenerhebung wurde am Ende eines Halbjahres erhoben und spiegelt bei Patienten, die ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen haben, den aktuellen Therapiestand wider. Die Zwischenerhebung wurde nur bei Patienten erhoben, die bereits mindestens 5 Therapiesitzungen hatten. Am Ende der Therapie wurde eine Abschlusserhebung durchgeführt.

Die Datensätze der Zwischen- bzw. Abschlusserhebung lagen nur bei 52 der 99 Patienten vor. Von N = 47 lagen keine Zwischenerhebungsdaten vor. Das hat folgende Gründe:

  • 9 Einzelpsychotherapie (< 5 Therapiesitzungen)
  • 4 pausierend
  • 14 Nur Diagnostik, es folgte keine Therapie
  • 14 In diagnostischer Phase
  • 6 Nur Erstkontakt

Durch die Daten der Zwischenerhebung konnten Angaben zum aktuellen Befinden gemacht werden, durch die Einbeziehung der Daten von Anfangs- und Abschlusserhebung konnten ebenso Veränderungen über die Zeit betrachtet werden.

Die deskriptive Analyse der Daten wurde mit dem Statistikprogramm SPSS (IBM SPSS Statistics Version 20; Brosius, 2010) berechnet. Die folgenden Werte sind auf- bzw. abgerundet.

1.1 Begünstigte ?

Im Berichtsjahr 2014 wurden im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) insgesamt 99 Patienten psychotherapeutisch versorgt. Davon waren N = 96 erwachsene traumatisierte Flüchtlinge und N = 3 akuttraumatisiert. Bei N = 93 wurde eine Anfangserhebung durchgeführt, bei N = 6, die sich im Erstkontakt befanden, demographische Daten erfasst.

Die Angebote für N=99 waren Folgende:

  • 62 Einzelpsychotherapie
  • 3 Einzelpsychotherapie und Kunsttherapie
  • 14 Nur Diagnostik, es folgte keine Therapie
  • 14 In diagnostischer Phase
  • 6 Nur Erstkontakt

Zusätzliche Angebote:

  • wurden für 19 Patienten Psychologische Stellungnahmen verfasst
  • wurde mit 1 Patient ein Paargespräch durchgeführt
  • erhielten 4 Patienten psychosoziale Beratung

Ferner wurden für 2 Klienten – d. h. keine Patienten des BFU – eine Begutachtung im Rahmen des aufenthaltsrechtlichen Verfahrens durchgeführt.

Von den N=99 waren 26 Frauen und 73 Männer. Sie waren zwischen 18 und 64 Jahre alt (M[1] = 32,9; SD[2] = 10,0)

Die Hauptherkunftsländer waren Afghanistan (15,2%), Nigeria (12,1%) und die Türkei (9,1%).

Im Folgenden wird von den N = 52 Patienten berichtet, bei denen auch eine Zwischen- oder Abschlusserhebung durchgeführt wurde (Erklärung s. u.). In den einzelnen Kategorien kam es zu fehlenden Werten, weil nicht jeder Patient jede Frage beantwortete.

1.2 Aufenthaltsstatus ?

Die Häufigkeit eines relativ sicheren Aufenthalts (ein unbefristeter Aufenthalt, ein anerkanntes Asyl, oder ein Aufenthalt aus humanitären Gründen) lag zum Zeitpunkt der Zwischenerhebung bei: unbegrenzter Aufenthalt (1,9%); anerkanntes Asyl (7,7%); Aufenthalt aus humanitären Gründen (26,9%) (gesamt = 36,5%). Dieser relativ sichere Aufenthaltsstatus ist ein wesentlicher Faktor, der sich positiv auf das Gesamtbefinden der Patienten auswirkt. 3,8% waren Inländer (N = 2; beide akuttraumatisiert).

Beim Großteil der Patienten bestanden jedoch Unsicherheiten bezüglich des Aufenthaltsstatus: 25,0% hatten eine Aufenthaltsgestattung (§55AsylVfG) und 34,7% eine Duldung (§60aAufG).

1.3 Einschätzungen des Befindens aus Sicht der Therapeuten ?

Der Leidensdruck, die Therapiemotivation und Compliance / Mitarbeit wurden von Seiten der Therapeuten auf einer 5-stufigen Skala eingeschätzt (Kategorien: keine/r, etwas, mittel, deutlich, sehr), wobei keine/r einem Wert von 1 und sehr einem Wert von 5 entspricht.

Aus therapeutischer Sicht bestand bei 30,8% der Patienten ein deutlicher bis sehr starker Leidensdruck (M = 3,0; SD = 1,1). Die Therapiemotivation war nach Einschätzung der Therapeuten bei 44,2% der Patienten deutlich bis sehr stark ausgeprägt (M = 3,4; SD = 1,1). Eine deutliche bis sehr starke Mitarbeit/ Compliance zeigten 57,7% der Patienten (M = 3,7; SD = 0,9).

Im Vergleich zum Beginn der Therapie konnte nach Einschätzung der Therapeuten mehrheitlich eine deutliche Verbesserung des Befindens und der sozialen Situation festgestellt werden: So schätzten die Therapeuten das körperliche Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie von 75,0% der Patienten als besser oder deutlich besser, von 21,2% als unverändert ein (fehlend: 3,8%). Die Kategorien schlechter oder deutlich schlechter wurden in keinem der Fälle gewählt. Das psychische Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie wurde von den Therapeuten sogar von 84,7% als besser oder deutlich besser eingeschätzt, von 7,7% als unverändert und nur von 3,8% als schlechter oder deutlich schlechter (fehlend: 3,8%). Die soziale Situation im Vergleich zu Beginn der Therapie beschrieben die Therapeuten bei 71,2% als besser oder deutlich besser, von 21,2% als unverändert und nur von 3,8% als schlechter (fehlend: 3,8%).

1.4 GAF-Skala (Global Assessment of Functioning)[3] ?

Die GAF-Skala kodiert die globale Erfassung des Funktionsniveaus auf drei Ebenen (psychisch, sozial und beruflich). Diese Skala kann auch dazu dienen, Aussagen über den Fortschritt der Patienten anhand eines einzigen Maßes zu verfolgen. GAF-Werte werden zwischen 1 und 100 kodiert. Die psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen sind auf einem hypothetischen Kontinuum von psychischer Gesundheit bis Krankheit gedacht. Ein Code von 91–100 würde zum Beispiel eine “Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Spektrum von Aktivitäten; Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten; keine Symptome” wiederspiegeln. Ein Code von 1–10 würde im Gegensatz dazu zum Beispiel eine “Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z. B. wiederholte Gewaltanwendung) ODER anhaltende Unfähigkeit, die minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten ODER ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht” widerspiegeln.

Die Patienten zeigten zur Zwischenerhebung im Mittel einen Wert von 65,4 (Median = 61,5; SD = 12,0; N = 48), während sie zum Zeitpunkt der Anfangserhebung einen deutlich geringeren Mittelwert von 54,6 (Median = 53,0; SD = 8,3; N = 41) zeigten, d. h. die Patienten konnten sich während der psychotherapeutischen Behandlung deutlich stabilisieren. Ein Wert von 61–70 bezeichnet per Definition: „Einige leichte Symptome […] ODER einige leichte Schwierigkeiten hinsichtlich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit […], aber im allgemeinen eine relativ gute Leistungsfähigkeit, hat einige wichtige zwischenmenschliche Beziehungen." Allgemein gilt als Voraussetzung für eine ambulante Psychotherapie ein GAF-Wert > 50 (Saß, Wittchen, Zaudig & Houben, 2003, S.47–49).

Zum Zeitpunkt der Zwischenerhebung lagen laut den GAF-Werten 34,7% im Bereich zwischen 50 und 59, 28,9% zwischen 60 und 69, 9,7% zwischen 70 und 79 und 19% hatten einen Wert ab 80 (GAF-Werte von 80 oder höher aus der Abschlusserhebung, bzw. von Patienten, die sich in der Abschlussphase befanden). In 7,7% der Fälle fehlten die Angaben.

1.5 Der Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS)[4] ?

Beim Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) handelt es sich um ein theorieunabhängiges Experten-Ratingverfahren, mit dem die Beeinträchtigung eines Menschen durch seine psychogene Erkrankung eingeschätzt werden kann. Die Einschätzung der Beeinträchtigungsschwere erfolgt auf drei zentralen Dimensionen mit jeweils fünf Skalenstufen: 1. die körperliche Beeinträchtigung; 2. die Beeinträchtigung im psychischen Bereich und 3. die sog. sozialkommunikative Beeinträchtigung, d. h. die auf einer zwischenmenschlichen oder Verhaltensdimension. Der Summenwert ergibt den Schweregrad (zwischen 0 und max. 12), die Punktwerte der drei Dimensionen ergeben das Ausmaß der Beeinträchtigung. Ein Summenwert von 0–1 ist als optimale Gesundheit anzusehen, ein Summenwert von 10–12 verdeutlicht einen in jeder Hinsicht schwerst gestörten Patienten mit extremen psychischen Beeinträchtigungen in allen drei Dimensionen.

Der BSS lag zum Zeitpunkt der Anfangserhebung bei einem Mittelwert von 8,0 (SD = 2,3; N = 43). Zum Zeitpunkt der Zwischenerhebung lag der BSS im Mittel bei 5,4 (SD = 2,2; N = 48), d. h. die Beeinträchtigung der Patienten reduzierte sich während der psychotherapeutischen Behandlung deutlich.

Zur Zeit der Zwischenerhebung lagen laut den BSS-Werten 13,5% im Bereich einer außerordentlich schweren Erkrankung, 42,2% der Patienten im Bereich einer ausgeprägten Störung, 17,3% im Bereich einer deutlichen Störung, 11,6% im Bereich einer leichten Störung und 7,7% wurden als gesund eingestuft. Kein Patient lag im Bereich einer extrem schweren Erkrankung und in 4 Fällen (7,7%) lagen keine Daten vor.

1.6 Patienteneinschätzungen des Befindens ?

Zur Frage wie belastet die Patienten sich insgesamt erlebten, ergab sich auf einer Skala von 0 bis 10 zum Zeitpunkt der Zwischenerhebung ein durchschnittlicher Wert von 5,5 (SD = 3,0). Die Angst vor Abschiebung lag nach Angaben der Patienten auf einer Skala von 0 bis 10 bei einem Mittelwert von 5,2 (SD = 3,8). 32,5% gaben eine starke Angst vor Abschiebung an (Werte auf der Skala von 7 bis 10). Im Vergleich dazu hatten die Patienten bei der Anfangserhebung noch deutlich höhere Werte angegeben: die Belastung wurde mit durchschnittlich 8,0 (SD = 2,1), die Angst vor Abschiebung mit 8,5 (SD = 2,5) beziffert.

Befragungen der Patienten bestätigten den von den Therapeuten beschriebenen positiven Behandlungsverlauf: 76,9% der Patienten gaben an, dass sich ihr körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie verbessert oder sogar deutlich verbessert habe, 7,7% berichteten von einem unveränderten körperlichen Befinden und 1,9% von einem schlechteren körperlichen Befinden (fehlend: 13,5%). Die Kategorie deutlich schlechter wurde in keinem der Fälle gewählt.

Das psychische Befinden hatte sich im Vergleich zum Beginn der Therapie laut Patienten bei 80,8% verbessert oder deutlich verbessert, wurde von 1,9% als unverändert und von 3,8% als schlechter angegeben (fehlend: 13,5%). Die Kategorie deutlich schlechter wurde in keinem der Fälle gewählt.

69,2% der Patienten berichteten eine verbesserte oder deutlich verbesserte soziale Situation, 15,4% eine unveränderte und 1,9% eine schlechtere oder deutlich schlechtere Situation als zu Beginn der Therapie (fehlend: 13,5%).

Die Therapie wurde von den Patienten allgemein als sehr positiv und als sehr hilfreich eingeschätzt: 75,0% der Patienten gaben an, dass die Behandlung sehr oder ziemlich hilfreich sei, 7,7% empfanden sie als etwas hilfreich und 3,8% als kaum oder nicht hilfreich (fehlend: 13,5%).

78,8% gaben an, mit der Behandlung sehr oder ziemlich zufrieden zu sein, 5,8% waren etwas zufrieden und 1,9% kaum oder gar nicht zufrieden (fehlend: 13,5%).

2. Datenauswertung ?

Anzahl der statistisch erfassten Patienten ?

2014: N=99

Merkmale der Begünstigten ?

Alter ?

Minimum = 18 Jahre
Maximum = 64 Jahre

M = 32,9 Jahre; SD = 10,0

Geschlecht ?

Nationalität ?

Leistungsangebote ?

Global Assessment of Functioning (GAF) der letzten 7 Tage ?

M = 54,6; Median = 53; SD = 8,3; N = 41

Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) ?

M = 8,0; SD = 2,3; N = 43

Patienteneinschätzungen des Befindens ?

„Wie belastet fühlen Sie sich derzeit insgesamt?“ ?

M = 8,0; SD = 2,1; N = 41

„Wie stark ist Ihre Angst vor Abschiebung?“ ?

M = 8,5; SD = 2,5; N = 38

Aufenthaltsstatus der Begünstigten ?

Einschätzungen des Befindens aus Sicht der Therapeuten ?

Leidensdruck ?

Mittelwert (M) = 3,0; (SD) = 1,1; N = 48

Therapiemotivation ?

M = 3,4; SD = 1,1; N = 49

Compliance/ Mitarbeit ?

M = 3,7; SD = 0,9; N = 49

Körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 2,0; SD = 0,7; N = 50

Psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 1,8; SD = 0,8; N = 50

Soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 2,1; SD = 0,8; N = 50

Global Assessment of Functioning (GAF) der letzten 7 Tage ?

M = 65,4; Median = 61,5; SD = 12,0; N = 48

Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) ?

M = 5,4; SD = 2,2; N = 48

Patienteneinschätzungen des Befindens ?

„Wie belastet fühlen Sie sich derzeit insgesamt?“ ?

M = 5,5; SD = 3,0; N = 45

„Wie stark ist Ihre Angst vor Abschiebung?“ ?

M = 5,2; SD = 3,8; N = 43

Körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 1,7; SD = 0,7; N = 45

Psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 1,8; SD = 0,7; N = 45

Soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie ?

M = 2,0; SD = 0,8; N = 45

„Wie gut hilft Ihnen die Behandlung bei den Beschwerden, wegen derer Sie in Behandlung gekommen sind?“ ?

M = 4,3; SD = 0,9; N = 45

„Wie zufrieden sind Sie mit der Behandlung dieser Beschwerden und Probleme?“ ?

M = 4,6; SD = 0,8; N = 45

 

 


 

 

Statistik 2013 ?

Nach einer Umstellung unseres Berichtsverfahrens haben wir die Patientenstatistiken in unsere Jahresberichte integriert. Sie sehen hier die Patientenstatistik des Jahres 2013 als Auszug aus dem vollständigen Jahresbericht 2013.

1. Methodik der Leistungserfassung ?

Für eine Bewertung der Leistungen im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm wurde im Juni 2011 eine Therapieevaluation eingeführt, die in 2013 fortgesetzt wurde.

Zur Behandlungsevaluation wurden eine Anfangs-, Zwischen-, und Abschlusskatamnese durchgeführt. Eine Katamnese wird als ein Bericht bezeichnet, der dazu dient, den Behandlungserfolg zu überprüfen und zu dokumentieren. Dabei wurden u. a. Fragen zur aktuellen Befindlichkeit wie auch zu Veränderungen im Laufe der Therapie erfasst, sowohl als Einschätzungen von Seiten des Therapeuten, wie auch als Einschätzungen von Seiten der Patienten. Aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse der Patienten wurde der Fragebogen als Interview während der Therapiestunde durchgeführt. Der Fragebogen zur Anfangskatamnese wird in der Regel am Ende der diagnostischen Sitzungen erfasst. Die Zwischenkatamnese wird in der Regel am Ende eines Halbjahres erhoben und spiegelt bei Patienten, die ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen haben, den aktuellen Therapiestand wider. Die Abschlusskatamnese wird bei Beendigung einer Behandlung durchgeführt. Durch die Daten der Zwischenkatamnese können Angaben zum aktuellen Befinden gemacht werden, durch die Einbeziehung von Anfangs- und Abschlusskatamnesedaten können ebenso Veränderungen über die Zeit betrachtet werden.

Die deskriptive Analyse der Daten wurde mit dem Statistikprogramm SPSS 22 (IBM SPSS Statistics Version 19; Brosius, 2010) berechnet. Die folgenden Werte sind abgerundet.

1.1 Begünstigte ?

Im Berichtsjahr 2013 wurden im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) insgesamt 93 Patienten psychotherapeutisch und teils psychosozial versorgt. Davon waren 84 Patienten erwachsene traumatisierte Flüchtlinge, 8 Patienten akuttraumatisiert und ein 1 traumatisierter Jugendlicher.

Bei 93 Patienten wurde eine Anfangskatamnese durchgeführt (60 vollständig, 14 unvollständig, 19 alter Bogen). Die jeweiligen zu 100% fehlenden Daten sind als Missings zu werten. Von 49 Personen liegen keine Zwischen-oder Abschlusskatamnesen vor. Dies hat folgende Gründe

  • 28 Personen waren nur zur Diagnostik da, es folgte keine Therapie
  • 14 Personen befanden sich Ende 2013 noch in der Diagnostikphase
  • Mit 3 Personen fand nur ein Erstkontakt statt
  • 2 Personen pausierten in 2013
  • Bei 2 Personen fehlen die Angaben (missings)

Außerdem liegen bei einigen Patienten unvollständige Zwischen bzw. Abschlusskatamnesen vor weshalb es zu „missings“ in den Datenanalysen kommt. Die Patienten befanden sich in der Regel in einer psychotherapeutischen Einzeltherapie, in Einzelfällen auch parallel dazu in einer Einzel- oder Gruppenkunsttherapie. 4 Patienten wurden außerdem psychosozial beraten und für 29 Patienten Stellungnahmen verfasst.

Die 28 Frauen und 65 Männer (N = 93) waren zwischen 17 und 70 Jahre alt, mit einem Mittelwert von 36,1 Jahren.

Geschlecht - Jahresbericht 2013

Die Hauptherkunftsländer waren die Türkei (15,1%, n=14), Nigeria und Afghanistan (jeweils 12,9% und n=12) und der Kosovo (10,8%; n=10). Weitere Herkunftsländer s. Punkt 25.1, Abbildung 1.

Im Folgenden werden die Daten der Zwischenkatamnese von N = 44 (Zwischenkatamnese (n=26) bzw. Abschlusskatamnese (n=18)) Patienten berichtet. Die berichteten Items sind bei Zwischen- und Abschlusskatamnese identisch.

1.2 Aufenthaltsstatus ?

Die Häufigkeit eines relativ sicheren Aufenthalts (ein unbefristeter Aufenthalt, ein anerkanntes Asyl, ein krankheitsbedingter Aufenthalt, Duldung oder Inländer) lag zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese bei den erwachsenen traumatisierten Flüchtlingen bei:

  • unbefristete Aufenthaltserlaubnis (6,8%) + anerkanntes Asyl (9,1%) + krankheitsbedingter Aufenthalt (31,8%) + Duldung (31,8%) + Inländer (6,8%) = 86,3%

Prozentualer Aufenthaltserlaubnis zur Anfangskatamnese - Jahresbericht 2013

1.3 Einschätzungen des Befindens aus Sicht der Therapeuten ?

Aus therapeutischer Sicht bestand bei 45,5% der Patienten ein deutlicher bis sehr starker Leidensdruck (MW =3,2; SD = 1,0). Dabei fehlen die Angaben einer Person. Die Therapiemotivation war nach Einschätzung der Therapeuten bei 34,1% der Patienten deutlich bis sehr stark ausgeprägt (MW = 3,0; SD = 1,0). Eine deutliche bis sehr starke Mitarbeit/ Compliance zeigten 52,3% der Patienten (MW = 3,5; SD = 0,7). Bei den letzten beiden Kategorien fehlen jeweils die Angaben von zwei Personen.

Im Vergleich zum Beginn der Therapie konnte nach Einschätzung der Therapeuten mehrheitlich eine deutliche Verbesserung des Befindens und der sozialen Situation festgestellt werden: So schätzten die Therapeuten das körperliche Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie bei 79,6% der Patienten als besser oder deutlich besser, bei 13,6% als unverändert und bei 2,3 % (n=1) als schlechter ein. Bei zwei Personen (4,5%) sind keine Angaben vorhanden. Das psychische Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie wurde von den Therapeuten sogar bei 76,4% als besser oder deutlich besser eingeschätzt, bei 6,8% als unverändert und bei keiner Person als schlechter. Bei drei Personen (6,8%) sind keine Angaben vorhanden. Die soziale Situation im Vergleich zu Beginn der Therapie beschrieben die Therapeuten bei 75,0% als besser oder deutlich besser, bei 18,2% als unverändert und bei keiner Person als schlechter. Bei drei Personen (6,8%) sind keine Angaben vorhanden.

1.4 GAF-Skala (Global Assessment of Functioning) ?

Die GAF-Skala (Diagnostische Kriterien und Differenzialdiagnosen des diagnostischen und statistischen Manuals psychischer Störungen DSM-III; Basel; Beltz, 1989) kodiert die globale Erfassung des Funktionsniveaus auf drei Ebenen (psychisch, sozial und beruflich). Diese Skala kann auch dazu dienen, Aussagen über den Fortschritt der Patienten anhand eines einzigen Maßes zu verfolgen. GAF-Werte werden zwischen 1 und 100 kodiert. Die psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen sind auf einem hypothetischen Kontinuum von psychischer Gesundheit bis Krankheit gedacht. Ein Code von 91–100 würde zum Beispiel eine “Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Spektrum von Aktivitäten; Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten; keine Symptome” wiederspiegeln. Ein Code von 1–10 würde im Gegensatz dazu zum Beispiel eine “Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z. B. wiederholte Gewaltanwendung) ODER anhaltende Unfähigkeit, die minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten ODER ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht” widerspiegeln.

Von den n=44 Personen der Zwischenkatamnese liegt der GAF-Wert nur bei 22 Personen in der Anfangskatamnese vor. Grund dafür: einige Personen begannen ihre Therapie vor 2011 und hatten deshalb einen anderen Anfangskatamnese-Bogen, in welchem diese Werte nicht miterhoben wurden (n=19). Bei den restlichen drei Patienten liegen keine Angaben vor.

Es fehlen darüber hinaus die Werte der Zwischenkatamnese von 3 Personen (Missings).

Zum Zeitpunkt der Zwischenkatamnese zeigten die Patienten (N=41, fehlend: n=3) zeigten im Mittel einen Wert von 61,5 (SD = 11,2), während sie zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese einen deutlich geringeren Mittelwert von 52,6 (SD = 8,3) zeigten, d. h. die Patienten konnten sich mittels der psychotherapeutischen Behandlung deutlich stabilisieren. Ein Wert von 51–60 bezeichnet per Definition: “Mäßig ausgeprägte Symptome (z.B. Affektverflachung, weitschweifige Sprache, gelegentliche Panikattacken) ODER mäßig ausgeprägte Schwierigkeiten bezüglich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z.B. wenige Freunde, Konflikte mit Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Bezugspersonen)” Allgemein gilt als Voraussetzung für eine ambulante Psychotherapie ein GAF-Wert > 50.

1.5 Der Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) ?

Beim BSS (Schepank, H.; Beltz Test, 1995) handelt es sich um ein theorieunabhängiges Experten-Ratingverfahren, mit dem die Beeinträchtigung eines Menschen durch seine psychogene Erkrankung eingeschätzt werden kann. Die Einschätzung der Beeinträchtigungsschwere erfolgt auf drei zentralen Dimensionen mit jeweils fünf Skalenstufen: 1. die körperliche Beeinträchtigung; 2. die Beeinträchtigung im psychischen Bereich und 3. die sog. sozialkommunikative Beeinträchtigung, d. h. die auf einer zwischenmenschlichen oder Verhaltensdimension. Der Summenwert ergibt den Schweregrad (zwischen 0 und max. 12), die Punktwerte der drei Dimensionen ergeben das Ausmaß der Beeinträchtigung. Ein Summenwert von 0–1 ist als optimale Gesundheit anzusehen, ein Summenwert von 10–12 verdeutlicht einen in jeder Hinsicht schwerst gestörten Patienten mit extremen psychischen Beeinträchtigungen in allen drei Dimensionen.

Auch hier liegt der BSS-Wert der Anfangskatamnese nur bei 24 Patienten vor, was auf die alten Bögen und bei einem Patienten auf fehlende Angaben zurückzuführen ist (n= 19). Darüber treten bei der Zwischenkatamnese 3 Missings auf. Der BSS lag zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese bei einem Mittelwert von 7,8 (SD = 2,1). Zum Zeitpunkt der Zwischenkatamnese lag der BSS im Mittel bei 5,8 (SD = 2,1), d. h. die Beeinträchtigung der Patienten konnte durch die psychotherapeutische Behandlung deutlich reduziert werden.

1.6 Patienteneinschätzungen des Befindens ?

Befragungen der Patienten bestätigten den von den Therapeuten beschriebenen positiven Behandlungsverlauf: 61,4% der Patienten gaben an, dass sich ihr körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie verbessert oder sogar deutlich verbessert habe, 9,1% berichteten von einem unveränderten körperlichen Befinden. Das psychische Befinden hatte sich im Vergleich zum Beginn der Therapie laut Patienten bei 63,6% verbessert oder deutlich verbessert und wurde von 6,8% als unverändert angegeben. 59,1% der Patienten berichteten eine verbesserte oder deutlich verbesserte soziale Situation, 11,4% eine unveränderte. Dabei fehlen jeweils von 29,5% (n=13) der Patienten die Angaben.

Zur Frage wie belastet die Patienten sich insgesamt erleben, ergab sich auf einer Skala von 0 bis 10 ein durchschnittlicher Wert von 5,3 (SD = 2,5). Hier fehlten die Angaben von sechs Patienten (13,6%) Die Angst vor Abschiebung lag nach Angaben der Patienten auf einer Skala von 0 bis 10 bei einem Mittelwert von 4,3 (SD = 3,4). 20,5% gaben eine starke Angst vor Abschiebung an (Werte auf der Skala von 7 bis 10), wobei von 12 Personen (27,3%) keine Angaben vorhanden sind.

Die Therapie wurde von den Patienten allgemein als sehr positiv und als sehr hilfreich eingeschätzt: 70,5% der Patienten gaben an, dass die Behandlung sehr oder ziemlich hilfreich sei. 15,9% empfanden sie als etwas hilfreich. Weiterhin gaben 75,0% der Patienten an, dass sie mit der Behandlung sehr oder ziemlich zufrieden seien. 11,4% waren etwas zufrieden. Die Kategorien kaum und überhaupt nicht wurden von keinem Patienten verwendet. In beiden Kategorien fehlen die Angaben von sechs Personen (13,6%).

2. Datenauswertung ?

2.1 Begünstigte ?

Einteilung Trauma/Patient

  • Insgesamt behandelt: n = 93, davon 84 Erwachsene traumatisierte Flüchtlinge, 8 akuttraumatisierte Erwachsene, 1 traumatisiertes Kind

Einteilung Trauma / Patient - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig Erwachsene traumatisierte Flüchtlinge 84 90,3 90,3 90,3
  Akuttraumatisierte Erwachsene 8 8,6 8,6 98,9
  Kinder Flüchtlinge traumatisiert 1 1,1 1,1 100,0
  Gesamt 93 100,0 100,0

Anfangserhebung

  • Anfangskatamnesen: 93 Personen (60 vollständig, 14 unvollständig, 19 alter Bogen)

Anfangserhebung - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig ja 60 64,5 64,5 64,5
  unvollständig 14 15,1 15,1 79,6
  alter Bogen 19 20,4 20,4 100,0
  Gesamt 93 100,0 100,0
  • Zwischenkatamnese Dezember: 26 Personen
  • Abschlusskatamnese: 18 Personen
  • Geschlecht: 65 männlich, 28 weiblich (30,1%)
  • Alter: 17–70 (M=36,1, SD=12,2) (N=93)

Deskriptive Statistik

N Minimum Maximum Mittelwert Standardabweichung
Alter 93 17,83 70,83 36,1272 12,24346
Gültige Werte (Listenweise) 93      
  • Hauptherkunftsländer (über 10%): Türkei: 15,1% (n=14); Nigeria und Afghanistan jeweils 12,9% (n=12); Kosovo 10,8% (n=10).

Herkunftsländer - Jahresbericht 2013

2.2 Aufenthaltsstatus ?

2.2.1 Aufenthaltsstatus zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese ?

Aufenthaltsstatus (Anfangskatamnese)

  • Relativ sicherer Aufenthalt: unbefristete Aufenthaltserlaubnis (1,1%) + anerkanntes Asyl (4,3%) + krankheitsbedingter Aufenthalt (2,2%) + Duldung (32,3%) + Inländer (4,3%) = 44,2%
  • Missings: 7,5%

Aufenthaltsstatus (Anfangskatamnese) - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig Inländer 4 4,3 4,7 4,7
  Asylantrag 32 34,4 37,2 41,9
  Asylfolgeantrag 8 8,6 9,3 51,2
  anerkanntes Asyl 4 4,3 4,7 55,8
  Kh-bedingter Aufenthalt 2 2,2 2,3 58,1
  Duldung 30 32,3 34,9 93,0
  drohende Abschiebung 3 3,2 3,5 96,5
  unbefristete Aufenthaltserlaubnis 1 1,1 1,2 97,7
  sonstiges 2 2,2 2,3 100,0
  Gesamt 86 92,5 100,0  
Fehlend System 7 7,5    
Gesamt   93 100,0  

Die folgenden Daten beziehen sich auf die Personen der Zwischen- (n=26) und Abschlusskatamnese (n=18): n=44 Personen. Dabei liegen nicht von allen Patienten vollständige Zwischen bzw. Abschlusskatamnesen vor, weshalb es zu missings in den Datenanalysen kommt.

2.2.2 Aufenthaltsstatus zum Zeitpunkt Dezember 2013 (Zwischen- und Abschlusskatamnesen) ?

Therapeut: Aufenthaltsstatus (Zwischen- und Abschlusskatamnese)

  • Relativ sicherer Aufenthalt zum Zeitpunkt der Zwischenkatamnese: unbefristete Aufenthaltserlaubnis (6,8%) + anerkanntes Asyl (9,1%) + krankheitsbedingter Aufenthalt (31,8%) + Duldung (31,8%) + Inländer (6,8%) = 86,3%
  • Missings: n = 1

Therapeut: Aufenthaltsstatus (Zwischen- und Abschlusskatamnese) - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig Inländer 3 6,8 7,0 7,0
  Asylantrag 3 6,8 7,0 14,0
  Asylfolgeantrag 1 2,3 2,3 16,3
  anerkanntes Asyl 4 9,1 9,3 25,6
  Kh-bedingter Aufenthalt 14 31,8 32,6 58,1
  Duldung 14 31,8 32,6 90,7
  unbegrenzter Aufenthalt 3 6,8 7,0 97,7
  § 60/2 1 2,3 2,3 100,0
  Gesamt 43 97,7 100,0  
Fehlend System 1 2,3    
Gesamt   44 100,0  

2.3. Einschätzungen des Befindens aus Sicht der Therapeuten ?

Therapeut: Leidensdruck

  • Deutlicher Leidensdruck 36,4%, sehr starker Leidensdruck 9,1%; deutlicher bis sehr starker Leidendruck: 44,5% (M=3,2; SD=1,0) Bei einer Person (2,3%) keine Angaben.

Therapeut: Leidensdruck - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig keiner 4 9,1 9,3 9,3
  etwas 4 9,1 9,3 18,6
  mittel 15 34,1 34,9 53,5
  deutlich 16 36,4 37,2 90,7
  sehr 4 9,1 9,3 100,0
  Gesamt 43 97,7 100,0  
Fehlend System 1 2,3    
Gesamt   44 100,0  

Therapeut: Therapiemotivation

  • Deutliche Therapiemotivation 27,3%, sehr starke Therapiemotivation 6,8%; deutliche bis starke Therapiemotivation: 34,1% (M=3,0; SD=1,0). Bei zwei Personen (4,5%) keine Angaben

Therapeut: Therapiemotivation - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig keiner 3 6,8 7,1 7,1
  etwas 9 20,5 21,4 28,6
  mittel 15 34,1 35,7 64,3
  deutlich 12 27,3 28,6 92,9
  sehr 3 6,8 7,1 100,0
  Gesamt 42 95,5 100,0  
Fehlend System 2 4,5    
Gesamt   44 100,0  

Therapeut: Compliance / Mitarbeit

  • Deutliche Mitarbeit/Compliance 45,5%, sehr starke Mitarbeit/Compliance 6,8%; deutliche bis starke Mitarbeit/Compliance: 52,3% (M=3,5; SD=0,7). Bei zwei Personen (4,5%) keine Angaben.

Therapeut: Compliance / Mitarbeit - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig etwas 4 9,1 9,5 9,5
  mittel 15 34,1 35,7 45,2
  deutlich 20 45,5 47,6 92,9
  sehr 3 6,8 7,1 100,0
  Gesamt 42 95,5 100,0  
Fehlend System 2 4,5    
Gesamt   44 100,0  

Deskriptive Statistik

N Minimum Maximum Mittelwert Standardabweichung
Therapeut: Leidensdruck 31 1 5 3,61 ,844
Therapeut: Therapiemotivation 31 2 5 3,45 ,723
Therapeut: Compliance / Mitarbeit 31 3 5 3,77 ,560
Gültige Werte (Listenweise) 31      

Therapeut: körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Körperliches Befinden im vgl. zum Anfang der Therapie (Therapeuteneinschätzung): deutlich besser 18,2%; besser 61,4% (insgesamt 79,6% deutlich besser oder besser) unverändert 13,6 %; schlechter 2,3%. Bei zwei Personen (4,5%) keine Angaben.

Therapeut: körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 8 18,2 19,0 19,0
  besser 27 61,4 64,3 83,3
  unverändert 6 13,6 14,3 97,6
  schlechter 1 2,3 2,4 100,0
  Gesamt 42 95,5 100,0  
Fehlend System 2 4,5    
Gesamt   44 100,0  

Therapeut: psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Psychisches Befinden im Vgl. zum Anfang der Therapie (Therapeuteneinschätzung): deutlich besser 20,5%; besser 65,9%; (insgesamt 76,4% deutlich besser oder besser) unverändert 6,8%; keine Person gibt eine Verschlechterung an. Bei drei Personen (6,8%) keine Angaben.

Therapeut: psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 9 20,5 22,0 22,0
  besser 29 65,9 70,7 92,7
  unverändert 3 6,8 7,3 100,0
  Gesamt 41 93,2 100,0  
Fehlend System 3 6,8    
Gesamt   44 100,0  

Therapeut: soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Soziale Situation im Vgl. zum Anfang der Therapie (Therapeuteneinschätzung): deutlich besser 20,5%; besser 54,5% (insgesamt 75,0% deutlich besser oder besser); 18,2% unverändert; keine Verschlechterung. Bei drei Personen (6,8%) keine Angaben.

Therapeut: soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 9 20,5 22,0 22,0
  besser 24 54,5 58,5 80,5
  unverändert 8 18,2 19,5 100,0
  Gesamt 41 93,2 100,0  
Fehlend System 3 6,8    
Gesamt   44 100,0  

2.4 GAF-Werte ?

Achtung! Von den n=44 Personen der Zwischenkatamnese liegt der GAF-Wert nur bei 22 Personen in der Anfangskatamnese vor und es treten 3 Missings bei der Zwischenkatamnese auf.

  • Mittelwert der GAF-Werte zu Therapiebeginn: M=52,6 (SD=8,3)
  • Mittelwert der GAF-Werte bei der Zwischenkatamnese/Abschlusskatamnese: M=61,5 (SD=11,2)

Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zum Therapiebeginn.

Deskriptive Statistik

N Minimum Maximum Mittelwert Standardabweichung
Anfangskatamnese: GAF 22 34 66 52,64 8,301
Zwischenkatamnese: GAF 41 40 91 61,51 11,234
Gültige Werte (Listenweise) 22      

2.5 BSS-Werte ?

Auch hier liegt der BSS-Wert der Anfangskatamnese nur bei 24 Patienten vor und bei der Zwischenkatamnese fehlen die Werte von 3 Personen (Missings)

  • Mittelwert BSS gesamt zu Therapiebeginn: M=7,8 (SD=2,1)
  • Mittelwert BSS gesamt bei der Zwischenkatamnese/Abschlusskatamnese: M=5,8 (SD=1,2)

Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zum Therapiebeginn.

Deskriptive Statistik

N Minimum Maximum Mittelwert Standardabweichung
BSSges_Anf 24 4,00 12,00 7,8333 2,11961
BSSges Zw 41 ,00 10,00 5,8780 2,12362
Gültige Werte (Listenweise) 24      

2.6 Patienteneinschätzungen des Befindens ?

Patient: körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Körperliches Befinden im Vergleich zum Anfang der Therapie (Einschätzung von Patienten): deutlich besser 15,9%; besser 45,5% (insgesamt 61,4% deutlich besser oder besser); unverändert 9,1%; keine Verschlechterung. Keine Angaben von 13 Personen (22%).

Patient: körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 7 15,9 22,6 22,6
  besser 20 45,5 64,5 87,1
  unverändert 4 9,1 12,9 100,0
  Gesamt 31 70,5 100,0  
Fehlend System 13 29,5    
Gesamt   44 100,0  

Patient: psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Psychisches Befinden im Vergleich zum Anfang der Therapie (Einschätzung von Patienten): deutlich besser 13,6%; besser 50,0% (insgesamt 63,6% deutlich besser oder besser); unverändert 6,8%; keine Verschlechterung. Keine Angaben bei 13 Personen.

Patient: psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 6 13,6 19,4 19,4
  besser 22 50,0 71,0 90,3
  unverändert 3 6,8 9,7 100,0
  Gesamt 31 70,5 100,0  
Fehlend System 13 29,5    
Gesamt   44 100,0  

Patient: soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie

  • Soziale Situation: (Einschätzung von Patienten): deutlich besser 6,8%; besser 52,3% (insgesamt 59,1% deutlich besser oder besser); unverändert 11,4%; keine Verschlechterung. Bei 13 Personen keine Angaben (29,5%).

Patient: soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig deutlich besser 3 6,8 9,7 9,7
  besser 23 52,3 74,2 83,9
  unverändert 5 11,4 16,1 100,0
  Gesamt 31 70,5 100,0  
Fehlend System 13 29,5    
Gesamt   44 100,0  
  • Derzeitige Belastung: Range von 1,5–10 mit M=5,3 und SD=2,9 (bei 6 Personen missings).
  • Angst vor Abschiebung: Range von 0–10 mit M=4,3 und SD=3,4 (bei fünf Personen trifft Abschiebung nicht zu, diese Frage wurde deshalb nicht beantwortet und bei weiteren sieben Personen keine Angaben).

Deskriptive Statistik

N Minimum Maximum Mittelwert Standardabweichung
Patient: Wie belastet derzeit? 38 1,50 10,00 5,3289 2,59229
Patient: Wie stark ist Angst vor Abschiebung? 32 ,00 10,00 4,3906 3,47278
Gültige Werte (Listenweise) 32      

Patient: Wie stark ist Angst vor Abschiebung?

  • Starke Angst vor Abschiebung (Werte 7–10): 9 Personen (20,5%).

Patient: Wie stark ist Angst vor Abschiebung? - Jahresbericht

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig ,00 9 20,5 28,1 28,1
  2,00 3 6,8 9,4 37,5
  3,00 1 2,3 3,1 40,6
  5,00 5 11,4 15,6 56,3
  5,50 1 2,3 3,1 59,4
  6,00 3 6,8 9,4 68,8
  6,50 1 2,3 3,1 71,9
  7,00 3 6,8 9,4 81,3
  8,00 1 2,3 3,1 84,4
  8,50 1 2,3 3,1 87,5
  9,00 1 2,3 3,1 90,6
  10,00 3 6,8 9,4 100,0
  Gesamt 32 72,7 100,0  
Fehlend System 12 27,3    
Gesamt   44 100,0  

Patient: hilft die Behandlung?

  • Hilft die Behandlung? Sehr hilfreich 43,2%, ziemlich hilfreich 27,3% (70,5% sehr oder ziemlich hilfreich), etwas hilfreich 15,9%. „Kaum“ oder „überhaupt nicht“ wurde nicht genannt. Keine Angaben von 6 Personen (13,6%).

Patient: hilft die Behandlung? - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig Etwas 7 15,9 18,4 18,4
  ziemlich 12 27,3 31,6 50,0
  Sehr 19 43,2 50,0 100,0
  Gesamt 38 86,4 100,0  
Fehlend System 6 13,6    
Gesamt   44 100,0  

Patient: sind Sie zufrieden mit der Behandlung?

  • Wie zufrieden sind Sie mit der Behandlung? Sehr zufrieden 50,0%, ziemlich zufrieden 25,0% (75% sehr oder ziemlich zufrieden), etwas zufrieden 11,4%. „Kaum“ oder „überhaupt nicht“ wurde nicht genannt. Keine Angaben von 6 Personen (13,6%).

Patient: sind Sie zufrieden mit der Behandlung? - Jahresbericht 2013

  Häufigkeit Prozent Gültige Prozente Kumulierte Prozente
Gültig etwas 5 11,4 13,2 13,2
  ziemlich 11 25,0 28,9 42,1
  sehr 22 50,0 57,9 100,0
  Gesamt 38 86,4 100,0  
Fehlend System 6 13,6    
Gesamt   44 100,0  

 

 


 

 

Statistik 2012 ?

Nach einer Umstellung unseres Berichtsverfahrens haben wir die Patientenstatistiken in unsere Jahresberichte integriert. Sie sehen hier die Patientenstatistik des Jahres 2012 als Auszug aus dem vollständigen Jahresbericht 2012.

1. Patienten / Statistik ?

Im Juni 2011 wurde im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm die Behandlungsevaluation komplett überarbeitet, seitdem basiert diese Evaluation auf einer Anfangs-, Zwischen-, und Abschlusserhebung. Diese Erhebungen dienen dazu, den Behandlungserfolg zu überprüfen und zu dokumentieren. Dabei wurden u. a. Fragen zur aktuellen Befindlichkeit wie auch zu Veränderungen im Laufe der Therapie erfasst, sowohl als Experteneinschätzungen des Therapeuten, als auch als Selbsteinschätzungen der Patienten. Die Daten zu Beginn werden in der Regel am Ende der fünf diagnostischen Sitzungen erhoben, die Zwischenerhebung am Ende eines jeden Halbjahres und die Abschlusserhebung bei Beendigung einer Behandlung. Durch die Daten der Zwischenerhebung können somit Angaben zum aktuellen Befinden gemacht werden, durch die Einbeziehung von Anfangs- und Abschlusserhebungsdaten können ebenso Veränderungen über die Zeit betrachtet werden.

Die deskriptive Analyse der Daten wurde mit dem Statistikprogramm SPSS (IBM SPSS Statistics Version 19; Brosius, 2010) berechnet.

Im Berichtszeitraum 2012 wurden im BFU insgesamt 89 Patienten aus 22 Ländern psychotherapeutisch und psychosozial versorgt. Die Patienten befanden sich in der Regel in einer psychotherapeutischen Einzeltherapie, in Einzelfällen auch parallel dazu in einer Einzel- oder Gruppenkunsttherapie. 2 Patienten wurden außerdem psychosozial beraten.

Die 27 Frauen und 62 Männer (N = 89) waren zwischen 13 und 68 Jahre alt, mit einem Mittelwert von 36,61 Jahren.

1.1 Aufenthaltsstatus

Die Häufigkeit eines relativ sicheren Aufenthalts (ein unbefristeter Aufenthalt, ein anerkanntes Asyl, oder ein krankheitsbedingter Aufenthalt) lag zum Zeitpunkt der Zwischenkatamnese bei den Patienten mit Migrationshintergrund (N = 80):

unbefristete Aufenthaltserlaubnis (2,5%) + anerkanntes Asyl (12,5%) + krankheitsbedingter Aufenthalt: (3,75%) =18,75%. Dieser sichere Aufenthaltsstatus ist ein wesentlicher Faktor, der sich positiv auf das Gesamtbefinden der Patienten auswirkt.

1.2 Einschätzung des Befindens aus Sicht der Therapeuten

Aus therapeutischer Sicht bestand bei 53,6% der Patienten ein deutlicher bis sehr starker Leidensdruck (MW =3,24; SD = 1,11). Die Therapiemotivation war nach Einschätzung der Therapeuten bei 41% der Patienten deutlich bis sehr stark ausgeprägt (MW = 3,41; SD = 1,11). Eine deutliche bis sehr starke Mitarbeit/ Compliance zeigten 55,4% der Patienten (MW = 3,65; SD = 0,91).

Im Vergleich zum Beginn der Therapie konnte nach Einschätzung der Therapeuten mehrheitlich eine deutliche Verbesserung des Befindens und der sozialen Situation festgestellt werden: So schätzten die Therapeuten das körperliche Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie bei 78,6% der Patienten als besser oder deutlich besser, bei 10,7% als unverändert und nur bei 3,6% als schlechter ein. Das psychische Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie wurde von den Therapeuten sogar bei 87,5% als besser oder deutlich besser eingeschätzt, bei 3,6% als unverändert und bei 3,6% als schlechter oder deutlich schlechter. Die soziale Situation im Vergleich zu Beginn der Therapie beschrieben die Therapeuten bei 62,5% als besser oder deutlich besser, bei 28,6% als unverändert und bei nur 3,6% als schlechter.

1.3 GAF-Skala (Global Assessment of Functioning)

Die GAF-Skala kodiert die globale Erfassung des Funktionsniveaus auf drei Ebenen (psychisch, sozial und beruflich). Diese Skala kann auch dazu dienen, Aussagen über den Fortschritt der Patienten anhand eines einzigen Maßes zu verfolgen. GAF-Werte werden zwischen 1 und 100 kodiert. Die psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen sind auf einem hypothetischen Kontinuum von psychischer Gesundheit bis Krankheit gedacht. Ein Code von 91-100 würde zum Beispiel eine “Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Spektrum von Aktivitäten; Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten; keine Symptome” wiederspiegeln. Ein Code von 1-10 würde im Gegensatz dazu zum Beispiel eine “Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z. B. wiederholte Gewaltanwendung) ODER anhaltende Unfähigkeit, die minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten ODER ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht” widerspiegeln.

Die Patienten (N=50) zeigten im Mittel einen Wert von 59,48 (SD = 15,48), während sie zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese einen deutlich geringeren Mittelwert von 48,62 (SD = 11,32) zeigten, d. h. die Patienten konnten sich mittels der psychotherapeutischen Behandlung deutlich stabilisieren. Ein Wert von 51-60 bezeichnet per Definition: ” Mäßig ausgeprägte Symptome (z.B. Affektverflachung, weitschweifige Sprache, gelegentliche Panikattacken) ODER mäßig ausgeprägte Schwierigkeiten bezüglich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z.B. wenige Freunde, Konflikte mit Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Bezugspersonen).” Allgemein gilt als Voraussetzung für eine ambulante Psychotherapie ein GAF-Wert > 50.

1.4 Der Beeinträchtigungs-Schwere-Score

Beim Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) handelt es sich um ein theorieunabhängiges Experten-Ratingverfahren, mit dem die Beeinträchtigung eines Menschen durch seine psychogene Erkrankung eingeschätzt werden kann. Die Einschätzung der Beeinträchtigungsschwere erfolgt auf drei zentralen Dimensionen mit jeweils fünf Skalenstufen: 1. die körperliche Beeinträchtigung; 2. die Beeinträchtigung im psychischen Bereich und 3. die sog. sozialkommunikative Beeinträchtigung, d. h. die auf einer zwischenmenschlichen oder Verhaltensdimension. Der Summenwert ergibt den Schweregrad (zwischen 0 und max. 12), die Punktwerte der drei Dimensionen ergeben das Ausmaß der Beeinträchtigung. Ein Summenwert von 0-1 ist als optimale Gesundheit anzusehen, ein Summenwert von 10-12 verdeutlicht einen in jeder Hinsicht schwerst gestörten Patienten mit extremen psychischen Beeinträchtigungen in allen drei Dimensionen.

Der BSS lag zum Zeitpunkt der Anfangskatamnese bei einem Mittelwert von 8,2 (SD = 2,41). Zum Zeitpunkt der Zwischenkatamnese lag der BSS im Mittel bei 5,86 (SD = 2,69), d. h. die Beeinträchtigung der Patienten konnte durch die psychotherapeutische Behandlung deutlich reduziert werden.

Laut den BSS-Werten lagen 14,3% der Patienten im Bereich einer außerordentlich schweren Erkrankung, 8,9% der Patienten im Bereich der schwersten Form und 7,1% der Patienten lagen im Bereich einer „optimalen Gesundheit“ (siehe Qualitative Indikatoren).

1.5 Patienteneinschätzung des Befindens

Befragungen der Patienten bestätigten den von den Therapeuten beschriebenen positiven Behandlungsverlauf: 78,6% der Patienten gaben an, dass sich ihr körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie verbessert oder sogar deutlich verbessert habe und 7,1% berichteten von einem unveränderten körperlichen Befinden. Das psychische Befinden hatte sich im Vergleich zum Beginn der Therapie laut Patienten bei 84% verbessert oder deutlich verbessert und wurde von 1,8% als unverändert angegeben. 64,3% der Patienten berichteten eine verbesserte oder deutlich verbesserte soziale Situation, 19,6% eine unveränderte und 1,8% eine schlechtere soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Behandlung.

Zur Frage wie belastet die Patienten sich insgesamt erleben, ergab sich auf einer Skala von 0 bis 10 ein durchschnittlicher Wert von 5,16 (SD = 2,87). Die Angst vor Abschiebung lag nach Angaben der Patienten auf einer Skala von 0 bis 10 bei einem Mittelwert von 4,55 (SD = 3,51). 25,1% gaben eine starke Angst vor Abschiebung an (Werte auf der Skala von 7 bis 10).

Die Therapie wurde von den Patienten allgemein als sehr positiv und als sehr hilfreich eingeschätzt: 82,2% der Patienten gaben an, dass die Behandlung sehr oder ziemlich hilfreich sei und 3,6% empfanden sie als etwas hilfreich. Weiterhin gaben 82,2% der Patienten an, dass sie mit der Behandlung sehr oder ziemlich zufrieden seien und 3,6% waren etwas zufrieden. Die Kategorien kaum und überhaupt nicht wurden von keinem Patienten verwendet.

2. Quantitative Indikatoren ?

Anzahl der Patienten 2012: N = 89

Merkmale der Begünstigten

Alter (N = 89):
Minimum (min) = 13 Jahre
Maximum (max) = 68 Jahre
Mittelwert (MW) = 36,61 Jahre
Standardabweichung (SD) = 12,21

Geschlecht (N = 89):

Geschlecht - BFU Jahresbericht 2012

Nationalität (N = 89):

Nationalität - BFU Jahresbericht 2012

Therapieangebote

Therapieangebote - BFU Jahresbericht 2012

Aufenthaltsstatus der Begünstigten

Aufenthaltsstatus - BFU Jahresbericht 2012

3. Qualitative Indikatoren ?

Einschätzungen des Befindens aus Sicht der Therapeuten

Leidensdruck (N = 56):

Mittelwert (MW) = 3,24; Standardabweichung (SD) = 1,11

Leidensdruck - BFU Jahresbericht 2012

Therapiemotivation (N = 56):

MW = 3,41; SD = 1,11

Therapiemotivation - BFU Jahresbericht 2012

Compliance/ Mitarbeit (N = 56):

MW = 3,65; SD = 0,91

Compliance - BFU Jahresbericht 2012

Körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 2,04; SD = 0,66

Körperliches Befinden - BFU Jahresbericht 2012

Psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 1,89; SD = 0,64

Psychisches Befinden - BFU Jahresbericht 2012

Soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 2,26; SD = 0,71

Soziale Situation - BFU Jahresbericht 2012

Beeinträchtigungs-Schwere-Score (BSS) (N = 56):

MW = 5,86; SD = 2,69

BSS - BFU Jahresbericht 2012

Patienteneinschätzungen des Befindens

„Wie belastet fühlen Sie sich derzeit insgesamt?“ (N = 56):

MW = 5,16; SD = 2,87

Belastung - BFU Jahresbericht 2012

„Wie stark ist Ihre Angst vor Abschiebung?“ (N = 56):

MW = 4,55; SD = 3,51

Angst vor Abschiebung - BFU Jahresbericht 2012

Körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 1,79; SD = 0,58

Körperliches Befinden (Patienteneinschätzung) - BFU Jahresbericht 2012

Psychisches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 1,69; SD = 0,51

Psychisches Befinden (Patienteneinschätzung) - BFU Jahresbericht 2012

Soziale Situation im Vergleich zum Beginn der Therapie (N = 56):

MW = 2,02; SD = 0,76

Soziale Situation (Patienteneinschätzung) - BFU Jahresbericht 2012

„Wie gut hilft Ihnen die Behandlung bei den Beschwerden, wegen derer Sie in Behandlung gekommen sind?“ (N = 56):

MW = 1,4; SD = 0,57

Wie gut hilft die Behandlung (Patienteneinschätzung) - BFU Jahresbericht 2012

„Wie zufrieden sind Sie mit der Behandlung dieser Beschwerden und Probleme?“ (N = 56):

MW = 1,4; SD = 0,57

Zufriedenheit der Behandlung - BFU Jahresbericht 2012

 

 


 

 

Statistik 2011 ?

Im Juni 2011 wurde im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm die Behandlungsevaluation komplett überarbeitet, seitdem basiert diese Evaluation auf einer Anfangs-, Zwischen-, und Abschlusserhebung. Diese Erhebungen dienen dazu, den Behandlungserfolg zu überprüfen und zu dokumentieren. Dabei wurden u. a. Fragen zur aktuellen Befindlichkeit wie auch zu Veränderungen im Laufe der Therapie erfasst, sowohl als Experteneinschätzungen des Therapeuten, als auch als Selbsteinschätzungen der Patienten. Die Daten zu Beginn werden in der Regel am Ende der fünf diagnostischen Sitzungen erhoben, die Zwischenerhebung am Ende eines jeden Halbjahres und die Abschlusserhebung bei Beendigung einer Behandlung. Durch die Daten der Zwischenerhebung können somit Angaben zum aktuellen Befinden gemacht werden, durch die Einbeziehung von Anfangs- und Abschlusserhebungsdaten können ebenso Veränderungen über die Zeit betrachtet werden.

Die deskriptive Analyse der Daten wurde mit dem Statistikprogramm SPSS (IBM SPSS Statistics Version 19; Brosius, 2010) berechnet.

Im Berichtsjahr 2011 wurden im Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) insgesamt 74 Patienten behandelt und betreut. Davon waren 59 Patienten erwachsene traumatisierte Flüchtlinge, 9 Kinder traumatisierter Flüchtlinge, 3 akuttraumatisierte Erwachsene, 2 deutsche Kinder und 1 Opfer staatlicher Gewalt in der DDR. Aufgrund der zu kleinen Fallzahlen der anderen Teilstichproben werden im Folgenden nur die Ergebnisse der erwachsenen traumatisierten Flüchtlinge (N=59) vorgestellt.

Einteilung der Patienten
Erwachsene traumatisierte Flüchtlinge 59
Kinder traumatisierter Flüchtlinge 9
Akuttraumatisierte Erwachsene 3
Deutsche Kinder 2
„DDR-Opfer“ 1

Ein Großteil der missings ist dadurch bedingt, dass die oben benannte Umstellung auf die neuen Fragebögen erst Mitte 2011 erfolgte.

1.1. Daten der Patienten zu Beginn der Therapie ?

Soziodemographische Daten

Die 59 erwachsenen traumatisierten Flüchtlinge kamen aus 18 verschiedenen Staaten. Die Hauptherkunftsländer waren die Türkei (28,8%, n=17), der Kosovo (13,8%, n=8) und der Irak (11,9%; n = 7). Weitere Herkunftsländer waren Afghanistan, Algerien und Nigeria. Von den Patienten waren 44,1% Frauen und 55,9% Männer. Das Durchschnittsalter lag bei 36,2 Jahren (Range 18–62). 40,7% waren Muslime, 6,8% Christen und 10,2% hatten sonstige Religionen [42,4% missings].

Herkunftsland - BFU Jahresbericht 2011

Wohnsituation

42,4% der Patienten wohnten in einem Asylbewerberheim, 13,6% in einer Lager-Einzelwohnung, 30,5% hatten eine eigene Wohnung und 8,5% lebten bei Verwandten. [5,1% missings]

Familienstand

Fast die Hälfte der Patienten waren ledig (47,5%), etwas über ein Drittel verheiratet (39%), nur wenige geschieden (6,8%), verwitwet (3,4%) oder allein lebend (1,7%) [1,7% missings].

Derzeitige Situation

23,7% erhielten Sozialhilfe und 23,0% erhielten Bezüge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. 8,5% waren in Teilzeit und 6,8% in Vollzeit berufstätig, während sich 1,7% als Schüler/in oder Auszubildende/r und 3,4% als Hausfrau/mann kennzeichneten. 1,7% der Patienten waren arbeitslos [32,2% missings].

Behandlung

Von den 59 Patienten erhielten alle zu Beginn eine Diagnostik. 91,5% begannen im Anschluss mit einer ambulanten Psychotherapie. Von den 8,5%, die keine Therapie erhielten, wollten 20% selbst keine Therapie. Weitere 20% wurden an eine andere Institution weitergeleitet [60% missings]. 7,4% der Patienten besuchten zusätzlich zur Psychotherapie eine Gruppenkunsttherapie und 54,2% wurden psychosozial beraten. Da die Deutschkenntnisse bei vielen Patienten für die Durchführung einer Psychotherapie nicht ausreichend waren, wurden die Therapien zu 89,8% mittels Dolmetscher durchgeführt.

Zugang

Der Zugang zum BFU erfolgte zu einem Drittel über Ärzte/Kliniken (35,6%), Sozialdienste (25,4%), Rechtsanwälte (8,5%), Familie/Bekannte (3,4%), oder durch den Patienten selbst (6,8%) [20,3% missings].

Traumatische Ereignisse

44,1% der Patienten berichteten über traumatische Ereignisse bereits in ihrer Kindheit. Dabei waren die 5 häufigsten traumatischen Ereignisse (in der Häufigkeit absteigend sortiert):

  • Tod einer wichtigen Bezugsperson (35,5%)
  • Gewalterfahrung in der Familie in der Kindheit (24,2%)
  • Emotionale Vernachlässigung (19,4%)
  • Gewalterfahrung außerhalb der Familie während der Kindheit (12,9%)
  • Familienprobleme (Armut, Drogen/Alkohol, psychiatrische Störung der Eltern, 8,1%)

Alle Patienten beschrieben traumatische Ereignisse als Erwachsene. Dabei waren die 5 häufigsten (in der Häufigkeit absteigend sortiert):

  • Schläge allgemein (51,6%)
  • Verbale Gewalt, Bedrohungen (45,2%)
  • Bedrohung von Angehörigen (41,9%)
  • Gewalt/Traumatisierung Angehöriger (41,9%)
  • Gewalt/Traumatisierung anderer Menschen (Nicht-Familienmitglieder, 38,7%)

Diagnosen

Nur 18,5% der Patienten erhielten nur eine Diagnose. Alle weiteren Patienten erhielten mindestens zwei Diagnosen (bis zu maximal fünf). Durch Mehrfachnennung kommt es zu einer Gesamtprozentzahl über 100%.

Bei 91,5% der Patienten wurde eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert, 72,9% der Patienten erhielten die Diagnose einer depressiven Störung, 23,7% erfüllten die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung sowie 18,6% die Kriterien einer somatoformen Störung. Die Diagnosen einer Abhängigkeitserkrankung sowie einer psychotischen Störung wurden bei jeweils 8,5% der Patienten vergeben. Sonstige Diagnosen: 15,3%.

Diagnosen - BFU Jahresbericht 2011

Finanzierung

62,8% der durchgeführten psychotherapeutischen Behandlungen wurden aus Flüchtlingsfonds der Europäischen Union (EFF), UNO-Flüchtlingshilfe und Amnesty International finanziert. 32,2% wurden durch Krankenkassen und Sozialhilfeträger finanziert [5% missings].

Schulbildung und beruflicher Abschluss der Patienten

49,2% der Patienten hatten keinen Schulabschluss, 5,1% hatten gar keine Schulbildung erhalten. 15,3% hatten einen Schulabschluss 8. Klasse und 8,5% der 10. Klasse. Nur 8,5% besaßen Abitur [13,6% missings]. 40,7% hatten keinen beruflichen Abschluss, 5,1% hatten eine berufliche Ausbildung aber ohne Abschluss, während nur 8,5% eine Lehre/Ausbildung abgeschlossen und gar nur 3,4% studiert haben [42,4% missings].

Schulbildung und beruflicher Abschluss - BFU Jahresbericht 2011

Aufenthaltsstatus

Zu Beginn der Behandlung hatten nur 25,5% einen relativ sicheren Aufenthaltsstatus (Inländer, anerkanntes Asyl, krankheitsbedingter Aufenthalt, unbefristete Aufenthaltserlaubnis) [13,6% missings]. Zum Zeitpunkt der Zwischenerhebung stieg dieser Anteil auf 32,2% [35,6% missings].

Aufenthaltsstatus - BFU Jahresbericht 2011

Psychiatrische Mitbehandlung

42,3% der Patienten wurden während der Therapie psychiatrisch mitbehandelt [47,5% missings], davon wurde bei 8,5% der Patienten diese Mitbehandlung vom BFU initiiert [72,9% missings].

1.2. Daten der Patienten zum Ende des Jahres ?

Im Jahre 2011 haben 33,9% (n=20) der Patienten ihre Behandlung abgeschlossen. Davon haben 40% ihre Behandlung selbst beendet, 10% wurden durch den Therapeuten beendet und 5% der Patienten wurden an andere Institutionen weitergeleitet [45% missings]. 66,1% (n=39) führten ihre Therapie fort.

Therapeutische Einschätzungen des Befindens

Die folgenden Daten wurden nur für die Patienten, die sich in fortlaufender Therapie befinden, berechnet (N=39).

Zum Ende des Jahres bestand aus therapeutischer Sicht bei 74,4% der 39 Patienten ein deutlicher bis sehr starker Leidensdruck, die Therapiemotivation war nach Einschätzung der Therapeuten bei 59% der Patienten deutlich bis sehr stark ausgeprägt und 64,1% zeigten laut Therapeuten eine deutliche bis sehr starke Compliance/Mitarbeit [7,7% missings].

Leidensdruck, Motivation und Mitarbeit - BFU Jahresbericht 2011

Im Vergleich zu Beginn der Therapie konnte nach Einschätzung der Therapeuten mehrheitlich eine deutliche Verbesserung des Befindens und der sozialen Situation festgestellt werden: die Therapeuten schätzten das körperliche Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie bei 74,4% der Patienten als besser oder deutlich besser ein, bei 10,3% als unverändert und nur bei 7,7% als verschlechtert ein. Das psychische Befinden im Vergleich zu Beginn der Therapie wurde von den Therapeuten bei 87,2% als besser oder deutlich besser und nur bei 5,1% als unverändert eingeschätzt. Die soziale Situation im Vergleich zu Beginn der Therapie beschrieben die Therapeuten bei 71,8% als besser oder als deutlich besser und bei 20,5% als unverändert [7,7% missings].

Befinden und soziale Situation aus Sicht der Therapeuten - BFU Jahresbericht 2011

Patienteneinschätzungen des Befindens

Die Patienten bestätigten den oben beschriebenen positiven Behandlungsverlauf: 89,7% der Patienten gaben an, dass sich ihr körperliches Befinden im Vergleich zum Beginn der Therapie verbessert oder sogar deutlich verbessert habe, 5,1% berichteten von einem unveränderten körperlichen Befinden und nur 2,6% von einem deutlich schlechteren körperlichen Befinden. Das psychische Befinden hatte sich im Vergleich zu Beginn der Therapie laut Patienten bei 84,6% verbessert oder deutlich verbessert und wurde nur von 7,7% als unverändert angegeben. 76,9% der Patienten berichteten eine verbesserte oder deutlich verbesserte soziale Situation und 15,4% eine unveränderte im Vergleich zu Beginn der Behandlung [7,7% missings].

Befinden und soziale Situation aus Sicht der Patienten - BFU Jahresbericht 2011

Zur Frage wie belastet die Patienten sich insgesamt erleben, ergab sich auf einer Skala von 0 bis 10 ein durchschnittlicher Wert von 7,1 (SD = 1,9), d. h. die meisten beschrieben sich zum Zeitpunkt der Befragung als insgesamt sehr belastet [7,7% missings].

Die Angst vor Abschiebung lag nach Angaben der Patienten auf einer Skala von 0 bis 10 bei einem Mittelwert von 6,9 (SD = 3,5), d. h. auch die Angst vor Abschiebung war im Durchschnitt sehr groß. 33,3% der BFU Patienten gaben dabei sogar die maximal vorstellbare Angst von 10 an [15,4% missings].

Angst vor Abschiebung - BFU Jahresbericht 2011

Die Therapie wurde von den Patienten allgemein als sehr positiv und als sehr hilfreich eingeschätzt: 79,5% der Patienten gaben an, dass die Behandlung sehr oder ziemlich hilfreich sei und 12,8% empfanden sie als etwas hilfreich. Weiterhin gaben 89,7% der Patienten an, dass sie mit der Behandlung sehr oder ziemlich zufrieden seien und 2,6% waren etwas zufrieden [7,7% missings].

Behandlung - BFU Jahresbericht 2011

 

 


 

 

Statistik Folteropfer 2010

Behandlung
Statistik Folteropfer und Akuttraumatisierte 2010 ?

Statistik 2010 EFF-Folteropfer
Erfassungszeitraum: 01.01.2010 bis 31.12.2010
Mehrfachnennungen möglich

Kontakte (Personen) absolut
Klienten 126
davon Folteropfer/Bürgerkriegsopfer 106
Diagnostik 112
Akutfälle 15
Überweisung zu Ärzten, Kliniken 10
Überweisung zu Beratungsstellen 1
Befunddokumentation 28
Behandlung, soziale Beratung im BFU (Personen) absolut
Klienten in längerfristiger Behandlung (davon…) 121
Verhaltenstherapie, Traumatherapie, Familientherapie 87
medizinische Behandlung 9
Kunsttherapie 24
Soziale Beratung (davon…)  
allgemeine soziale Beratung/Sozialbegleitung 57
Vermittlung in Ausbildung/Beruf 19
Vermittlung in Wohnung 9
Familienzusammenführung 5
stützende Begleitung 18
Integrationsarbeit 16
Beratung vor der Anhörung beim Bundesamt 5
Unterstützung bei Behörden 35
Zugangswege
Ärzte, Kliniken, Gesundheitsämter 30,0%
Bekannte, Verwandte 23,8%
Beratungsstelle 20,6%
Kommunalbehörden 9,5%
Selbst 7,9%
Rechtsanwälte 1,6%
ai-AK Asyl, Flüchtlingsorganisationen 1,6%
Sonstige 2,4%
Aufenthaltssituation
Folgeantrag nach Ablehnung (Duldung) 22,2%
Asylantrag (Aufenthaltsgestattung) 24,6%
Inländer 12,0%
Anerkannte Asylbewerber (Aufenthaltserlaubnis) 12,7%
Kontingentflüchtling 6,3%
Vor Abschiebung 6,3%
Keine Angaben 1,6%
Derzeitiger Wohnort
Ulm, Alb-Donau-Kreis 34,9%
Baden-Württemberg und andere Bundesländer 62,7%
Finanzieller Status
Erwerbstätig 31,7%
Sozialhilfe 54,8%
Agentur für Arbeit 0,0%
Sonstiges (meist Kinder) 14,3%
Wohnen
Eigene Wohnung 45,2%
Lager (Sammelunterkunft) 42,1%
Verwandte 7,9%
Sonstige 4,8%

Herkunftsländer?

Grundgesamtheit: 126 Klienten (EFF-Folteropfer)
Durchschnittsalter: 33,2 Jahre
Klienten aus insgesamt 26 Ländern

Herkunftsländer / Ethnische Herkunft  
Türkei (Kurden) 18,3%
Kosovo 18,3%
Deutschland 13,5%
Irak 9,5%
Nigeria 8,7%
Kamerun 4,0%
Algerien 4,0%
Sierra Leone 3,2%
Pakistan 2,4%
Afghanistan 1,6%
Eritrea 1,6%
Albanien 1,6%
Gambia 1,6%
Italien 1,6%
Togo 1,6%
Ascherbeidschan, Bosnien, Georgien, Kroatien, Kongo  
Liberia, Marokko, Serbien, Sudan, Syrien, Vietnam jeweils 0,8
Geschlecht  
Frauen 47,6%
Männer 52,4%
Sprache  
Dolmetscher im therapeutischen Setting erforderlich 47,7%
Wichtigste Dolmetschersprachen
  • Türkisch
  • Albanisch
  • Kurdisch
  • Arabisch
  • Französisch
  • Englisch

Misshandlungsformen?

Grundgesamtheit: 126 Klienten (EFF-Folteropfer)

Foltermethoden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Sexuelle Folter/ Vergewaltigung (Frauen) 58,3
Schläge auf den Körper 50,8
Schläge auf den Kopf 32,5
Sprachliche Foltertechniken 25,4
Tötung, Folterung von Angehörigen 23,0
Zeuge von Folterung v. Angehörigen/Anderer 21,4
Haft (ohne Urteil, Willkür) 17,5
Zwangstechniken 15,9
Morddrohung 11,9
Haft (Einzelhaft, Dunkelhaft) 10,3
Entkleiden vor anderen 9,5
Sexuelle Folter (Männer) 9,1
Fesselung 8,7
Verbrennungen 8,7
Elektrofolter 7,1

Misshandlungsformen Folteropfer 2010 Diagramm

Psychische Beschwerden?

Psychische Beschwerden Prozent
Depression, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit 68,3
Ängste, belastende Gedanken, Phobien 65,9
Schlafstörungen 65,1
Alpträume 54,8
Antriebs-, Konzentrations-, Teilnahmslos, Rückzug 45,2
Intrusion (Flashback) 42,9
Kommunikationsstörung, Vermeidungsverhalten 37,3
Kontrollverlust, Reizbarkeit 36,5
Suizidgedanken 31,0
Selbstunsicherheit, Wertlosigkeit 24,6
Gedächtnisprobleme 19,0
Schamgefühle, Schuldgefühle 18,3
Desorientierung, Hilflosigkeit, Wahnvorstellungen 15,1
Verfolgungsgedanken 12,7
Unruhe, Nervosität 12,7
Zwanghaftes Verhalten 11,1
Selbstbeschädigung, Suizidversuche 11,1
Essstörungen 9,6
Hassgefühle 7,1
Schreckhaftigkeit 6,3
Psychog. Anfälle, Ohnmacht 4,8
Erschöpfungszustand 4,0

Psychische Beschwerden Folteropfer 2010 Diagramm

Psychische Störungen Prozent
Posttraumatische Belastungsstörung F43.1 72,2
Depression F32.2 68,3
Kommunikationsstörung, Vermeidungsverhalten F43 37,3
Somatisierungsstörung F45.0 16,7
Suchtverhalten F 55.6 9,5
Essstörungen F 50.8 9,5
Körperl. Entfremdungsgefühl F 48.1 8,7
Dissoziative Störung F 44.8 8,7

Körperliche Beschwerden?

Beschwerden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Kopfschmerzen 41,3
Atemnot 15,9
Schweißausbruch 15,1
Schmerz, Ruhe (Extremitäten) 13,5
Schwindel 12,7
Narben (Verunstaltung, Schmerzen) 11,1
Schmerz, Brust 10,3
Magenschmerzen 10,3
Wirbelsäulenprobleme (BWS) 9,5
Bauchschmerzen 9,5
Herzattacken, Herzbeschwerden 9,5
Wirbelsäulenprobleme (HWS) 8,7
Wirbelsäulenprobleme (LWS) 8,7
Schmerz, muskulär 7,9
Schmerz, Bewegung 7,1
Hautbeschwerden 6,3
Sensibilitätsstörungen, Reflexstörungen 6,3
Deformation (Extremitäten) 5,6
Tremor 5,6
Menstruationsstörungen 4,8
Schmerz, Fußsohlen 4,8

Körperliche Beschwerden Folteropfer 2010 Diagramm


Gesamtstatistik 2009

Behandlung
Statistik Folteropfer und Akkuttraumatisierte 2009 ?

Statistik 2009 Folteropfer und Akuttraumatisierte
Erfassungszeitraum: 01.01.2009 bis 31.12.2009
Mehrfachnennungen möglich

Kontakte (Personen) absolut
Klienten 118
davon Folteropfer/Bürgerkriegsopfer 91
Diagnostik 68
Akutfälle 13
Überweisung zu Ärzten, Kliniken 6
Überweisung zu Beratungsstellen 3
Befunddokumentation 37
Behandlung, soziale Beratung im BFU (Personen) absolut
Klienten in längerfristiger Behandlung (davon…) 109
Verhaltenstherapie, Traumatherapie, Familientherapie 84
medizinische Behandlung 11
Kunsttherapie 18
Soziale Beratung (davon…)  
allgemeine soziale Beratung/Sozialbegleitung 45
Vermittlung in Ausbildung/Beruf 24
Vermittlung in Wohnung 12
Familienzusammenführung 5
stützende Begleitung 15
Integrationsarbeit 23
Beratung vor der Anhörung beim Bundesamt 3
Unterstützung bei Behörden 32
Zugangswege in %
Ärzte, Kliniken, Gesundheitsämter 27,1%
Bekannte, Verwandte 22,9%
Beratungsstelle 17,8%
Kommunalbehörden 11,9%
Selbst 5,1%
Rechtsanwälte 3,4%
ai – AK Asyl, Flüchtlingsorganisationen 3,4%
Sonstige 8,4%
Aufenthaltssituation in %
Folgeantrag nach Ablehnung (Duldung) 27,1%
Asylantrag (Aufenthaltsgestattung) 22,9%
Inländer 20,3%
Anerkannte Asylbewerber (Aufenthaltserlaubnis) 14,4%
Kontingentflüchtling 12,7%
Vor Abschiebung 0,8%
Keine Angaben 2,5%
Derzeitiger Wohnort in %
Ulm, Alb-Donau-Kreis 40,7%
Baden-Württemberg u. andere Bundesländer 57,6%
keine Angaben 1,7%
Finanzieller Status in %
Erwerbstätig 33,9%
Sozialhilfe 32,2%
Agentur für Arbeit 5,1%
Sonstiges (meist Kinder) 28,8%
Wohnen in %
Eigene Wohnung 53,4%
Lager (Sammelunterkunft) 34,7%
Verwandte 9,3%
keine Angaben 2,6%

Herkunftsländer ?

Grundgesamtheit: 118 Klienten (Folteropfer + Akuttrauma-Opfer)
Durchschnittsalter: 30,7 Jahre
Klienten aus insgesamt 26 Ländern

Herkunftsländer / Ethnische Herkunft in %
Türkei (Kurden) 22,9%
Deutschland 20,3%
Kosovo 16,1%
Irak 7,6%
Nigeria 4,2%
Kamerun 3,4%
Algerien 2,5%
Bosnien 2,5%
Albanien 1,7%
China/Tibet 1,7%
Eritrea 1,7%
Iran 1,7%
Libanon 1,7%
Sierra Leone 1,7%
Äthiopien, Aserbaidschan, Gambia, Kroatien, Kongo,  
Liberia, Marokko, Serbien, Sudan, Syrien, Togo, Vietnam jeweils 0,8
Geschlecht in %
Frauen 58.5%
Männer 41.5%
Sprache in %
Dolmetscher im therapeutischen Setting erforderlich 44,9%
Wichtigste Dolmetschersprachen
  • Türkisch
  • Albanisch
  • Kurdisch
  • Arabisch
  • Französisch
  • Englisch

Misshandlungsformen ?

Grundgesamtheit: 118 Klienten (Folteropfer + Akuttrauma-Opfer)

Foltermethoden (Mehrfachnennungen möglich) in %
Sexuelle Folter/ Vergewaltigung (Frauen) 62,3
Schläge auf den Körper 57,6
Schläge auf den Kopf 50,0
Tötung, Folterung von Angehörigen 30,5
Sprachliche Foltertechniken 28,0
Haft (ohne Urteil, Willkür) 21,2
Morddrohung 21,2
Entkleiden vor anderen 18,6
Zeuge von Folterung v. Angehörigen/Anderer 18,6
Haft (Einzelhaft, Dunkelhaft) 15,3
Zwangstechniken 14,4
Fesselung 13,6
Sexuelle Folter (Männer) 12,2
Elektrofolter 10,2
Deprivation 9,3

Misshandlungsformen 2009 Diagramm

Psychische Beschwerden ?

Grundgesamtheit: 118 Klienten (Folteropfer + Akuttrauma-Opfer)

Beschwerden Prozent
Ängste, belastende Gedanken, Phobien 60,2
Schlafstörungen 57,6
Alpträume 55,1
Depression, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit 52,5
Antriebs-, Konzentrations-, Teilnahmslos, Rückzug 40,7
Intrusion (Flashback) 36,4
Kontrollverlust, Reizbarkeit 35,6
Kommunikationsstörung, Vermeidungsverhalten 35,6
Unruhe, Nervosität 22,9
Gedächtnisprobleme 20,3
Selbstunsicherheit, Wertlosigkeit 20,3
Suizidgedanken 20,3
Schamgefühle, Schuldgefühle 16,9
Schreckhaftigkeit 13,6
Zwanghaftes Verhalten 12,7
Selbstbeschädigung, Suizidversuche 11,0
Desorientierung, Hilflosigkeit, Wahnvorstellungen 11,0
Essstörungen 10,2
Hassgefühle 7,6
Psychog. Anfälle, Ohnmacht 6,8
Verfolgungsgedanken 5,9
Erschöpfungszustand 5,1

Psychische Beschwerden 2009 Diagramm

Psychische Störungsbilder ?

Psychische Störungen Prozent
Posttraumatische Belastungsstörung F43.1 64,4
Depression F32.2 52,5
Kommunikationsstörung, Vermeidungsverhalten F43 35,6
Dissoziative Störung F 44.8 5,9
Körperliches Entfremdungsgefühl F 48.1 5,1
Somatisierungsstörung F45.0 3,4
Suchtverhalten F 55.6 4,2

Körperliche Beschwerden ?

Grundgesamtheit: 118 Klienten (Folteropfer + Akuttrauma-Opfer)

Beschwerden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Kopfschmerzen 43,2
Atemnot 18,6
Herzattacken, Herzbeschwerden 18,6
Schmerz, Brust 15,3
Schweißausbruch 15,3
Schwindel 14,4
Narben (Verunstaltung, Schmerzen) 13,6
Magenschmerzen 12,7
Wirbelsäulenprobleme (BWS) 11,0
Tremor 11,0
Schmerz, Ruhe (Extremitäten) 10,2
Wirbelsäulenprobleme (LWS) 10,2
Wirbelsäulenprobleme (HWS) 10,2
Bauchschmerzen 6,8
Sehstörungen 6,8
Hypervigilanz 5,9
Deformation (Extremitäten) 5,9
Schmerz, Bewegung 5,9
Menstruationsstörungen 5,1
Schmerzzustände allgemein 5,1
Schmerz, Fußsohlen 5,1

Körperliche Beschwerden 2009 Diagramm


Statistik Folteropfer 2009

Behandlung
Statistik EFF-Folteropfer 2009 ?

Statistik 2009 EFF-Folteropfer
Erfassungszeitraum: 01.01.2009 bis 31.12.2009
Mehrfachnennungen möglich

Kontakte (Personen) absolut
Klienten 82
Überweisung zu Ärzten, Kliniken 6
Überweisung zu Beratungsstellen 2
Behandlung, soziale Beratung im BFU (Personen) absolut
Klienten in längerfristiger Behandlung (davon…) 74
Diagnostik im EFF-Berichtszeitraum 45
Nach Diagnose kein Folteropfer 3
Folteropfer, Bürgerkriegsopfer (auch Klienten aus Vorjahren) 79
Befunddokumentation im Berichtszeitraum 30
Verhaltenstherapie, Traumatherapie, Familientherapie 57
Kunsttherapie 11
Medizinische Behandlung im BFU (Nebenstelle LB) 9
Soziale Beratung (davon…)  
allgemeine soziale Beratung/Sozialbegleitung 41
Integrationsarbeit 23
Vermittlung in Ausbildung/Beruf 23
stützende Beratung und Begleitung 13
Vermittlung in Wohnung 11
Familienzusammenführung 5
Rückkehrberatung 1
Beratung vor der Anhörung beim Bundesamt 3
Unterstützung bei Behörden 30
Zugangswege in %
Bekannte, Verwandte 28,0%
Ärzte, Kliniken, Gesundheitsämter 23,2%
Beratungsstelle 13,4%
Kommunalbehörden 13,4%
Selbst 7,3%
ai – AK Asyl, Flüchtlingsorganisationen 4,9%
Rechtsanwälte 4,9%
Sonstige 4,9%
Aufenthaltssituation in %
Folgeantrag nach Ablehnung (Duldung) 34,1%
Asylantrag (Aufenthaltsgestattung) 28,0%
Anerkannte Asylbewerber (Aufenthaltserlaubnis) 20,7%
Kontingentflüchlting (Aufenthaltsbefugnis) 13,4%
Vor Abschiebung 1,2%
Keine Angaben 2,6%
Derzeitiger Wohnort in %
Ulm, Alb-Donau-Kreis 30,5%
Baden-Württemberg u. andere Bundesländer 68,3%
keine Angaben 1,2%
Finanzieller Status in %
Sozialhilfe 37,8%
Erwerbstätig 37,8%
Arbeitsamt 3,7%
Sonstiges (meist Kinder) 20,7%
Wohnen in %
Eigene Wohnung 48,8%
Lager (Sammelunterkunft) 40,2%
Verwandte 9,8%
keine Angaben 1,2%

Herkunftsländer ?

Grundgesamtheit: 82 Klienten (EFF-Folteropfer)
Durchschnittsalter: 32,0 Jahre
Klienten aus insgesamt 24 Ländern

Herkunftsländer / Ethnische Herkunft in %
Türkei (Kurden) 30,5%
Kosovo 22,0%
Irak 7,3%
Nigeria 4,9%
Kamerun 3,7%
Algerien 3,7%
Eritrea 2,4%
Albanien 2,4%
China/Tibet 2,4%
Libanon 2,4%
Sierra Leone 2,4%
Aserbaidschan, Bosnien, Gambia, Iran, Kroatien, Kongo,  
Liberia, Marokko, Serbien, Sudan, Syrien, Togo, Vietnam jeweils 1,2%
Geschlecht in %
Frauen 57,3%
Männer 42,7%
Sprache in %
Dolmetscher im therapeutischen Setting erforderlich 53,7%
Wichtigste Dolmetschersprachen
  • Türkisch
  • Albanisch
  • Kurdisch
  • Arabisch
  • Französisch
  • Englisch

Misshandlungsformen ?

Grundgesamtheit: 82 Klienten (EFF-Folteropfer)

Foltermethoden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Sexuelle Folter/ Vergewaltigung (Frauen) 76,6
Schläge auf den Körper 67,1
Schläge auf den Kopf 58,5
Tötung, Folterung von Angehörigen 32,9
Sprachliche Foltertechniken 29,3
Haft (ohne Urteil, Willkür) 24,4
Morddrohung 24,4
Entkleiden von anderen 24,4
Zeuge von Folterung v. Angehörigen/Anderer 19,5
Haft (Einzelhaft, Dunkelhaft) 19,5
Zwangstechniken 18,3
Sexuelle Folter (Männer) 14,3
Fesselung 13,4
Elektrofolter 13,4
Deprivation 9,8
Verbrennungen 8,5

Misshandlungsformen Folteropfer 2009 Diagramm

Psychische Beschwerden ?

Beschwerden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Ängste, belastende Gedanken, Phobien 56,1
Schlafstörungen 57,3
Alpträume 54,9
Depression, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit 57,3
Antriebs-, Konzentrations-, Teilnahmslos, Rückzug 56,1
Intrusion (Flashback) 36,6
Kontrollverlust, Reizbarkeit 36,6
Kommunikationsstörung, Vermeidungsverhalten 34,1
Unruhe, Nervosität 25,6
Gedächtnisprobleme 23,2
Suizidgedanken 23,2
Selbstunsicherheit, Wertlosigkeit 18,3
Schamgefühle, Schuldgefühle 17,1
Zwanghaftes Verhalten 14,6
Schreckhaftigkeit 14,6
Essstörungen 11,0
Selbstbeschädigung, Suizidversuche 9,8

psychische Beschwerden Folteropfer 2009 Diagramm

Körperliche Beschwerden ?

Beschwerden (Mehrfachnennungen möglich) Prozent
Kopfschmerzen 50,0
Atemnot 15,9
Narben (Verunstaltung, Schmerzen) 15,9
Schmerz, Brust 14,6
Magenschmerzen 15,9
Schweißausbruch 14,6
Wirbelsäulenprobleme (BWS) 13,4
Herzattacken, Herzbeschwerden 11,0
Schwindel 11,0
Wirbelsäulenprobleme (HWS) 11,0
Tremor 11,0
Schmerz, Ruhe (Extremitäten) 9,8
Wirbelsäulenprobleme (LWS) 9,8
Bauchschmerzen 7,3
Schmerz, Fußsohlen 7,3
Übelkeit, Erbrechen 7,3
Hypervigilanz 6,1
Schmerz, Bewegung 6,1
Hörprobleme 6,1
Deformation (Extremitäten) 4,9

körperliche Beschwerden Folteropfer 2009 Diagramm

 

 


 

 

Gesamtstatistik 2008

Behandlung
Statistik Folteropfer und Akkuttraumatisierte 2008 ?

Statistik 2008 Folteropfer und Akuttraumatisierte
Erfassungszeitraum: 01.01.2008 bis 31.12.2008
Mehrfachnennungen möglich

Kontakte (Personen) absolut
Klienten 145
davon Folteropfer/Bürgerkriegsopfer 102
Diagnostik 104
Akutfälle 39
Überweisung zu Ärzten, Kliniken 7
Überweisung zu Beratungsstellen 4
Befunddokumentation 74
Behandlung, soziale Beratung im BFU (Personen) absolut
Klienten in längerfristiger Behandlung (davon…) 139
Verhaltenstherapie, Traumatherapie, Familientherapie 98
medizinische Behandlung 9
Kunsttherapie 31
Soziale Beratung (davon…)  
allgemeine soziale Beratung/Sozialbegleitung 65
Vermittlung in Ausbildung/Beruf 28
Vermittlung in Wohnung 13
Familienzusammenführung 5
stützende Begleitung 20
Integrationsarbeit 38
Beratung vor der Anhörung beim Bundesamt 3
Unterstützung bei Behörden 71
Zugangswege in %
Ärzte, Kliniken, Gesundheitsämter 30.3%
Bekannte, Verwandte 22.1%
Beratungsstelle 20.7%
Kommunalbehörden 7.6%
Selbst 6.9%
ai – AK Asyl, Flüchtlingsorganisationen 4.8%
Rechtsanwälte 3.4%
Verwaltungsgerichte 0.7%
Sonstige 3.5%
Aufenthaltssituation in %
Folgeantrag nach Ablehnung (Duldung) 35.2%
Inländer 29.0%
Anerkannte Asylbewerber (Aufenthaltserlaubnis) 24.8%
Asylantrag (Aufenthaltsgestattung) 6.2%
Vor Abschiebung 2.8%
Kontingentflüchtling 2.1%
Derzeitiger Wohnort in %
Ulm, Alb-Donau-Kreis 43.4%
Baden-Württemberg u. andere Bundesländer 53.1%
keine Angaben 3.5%
Finanzieller Status in %
Erwerbstätig 40.0%
Sozialhilfe 37.2%
Agentur für Arbeit 1.4%
Sonstiges (meist Kinder) 21.4%
Wohnen in %
Eigene Wohnung 41.4%
Lager (Sammelunterkunft) 29.0%
Verwandte 23.4%
keine Angaben 6.2%

Herkunftsländer ?

Grundgesamtheit: 145 Klienten (Folteropfer + Akuttrauma-Opfer)
Durchschnittsalter: 29,3 Jahre
Klienten aus insgesamt 21 Ländern

Herkunftsländer / Ethnische Herkunft in %
Deutschland 29.7%
Türkei (Kurden) 22.2%
Kosovo 19.3%
Irak 7.6%
Kamerun 4.1%
Algerien 2.1%
Iran 2.1%
Albanien 1.4%
Sierra Leone 1.4%
Togo 1.4%
andere Länder 8.7%
Geschlecht in %
Frauen 51.0%
Männer 49.0%
Sprache in %
Dolmetscher im therapeutischen Setting erforderlich 57.1%
Verständigung in Deutsch möglich 55.2%
Verständigung in Englisch möglich 9.7%
Wichtigste Dolmetschersprachen
  • Türkisch
  • Albanisch
  • Kurdisch
  • Arabisch
  • Französisch
  • Englisch

Misshandlungsformen ?

Grundgesamtheit: 233 Klienten

Foltermethoden in %
Sexuelle Folter – Vergewaltigung / Frauen 53.2%
Schläge auf den Körper 51.5%
Schläge auf den Kopf 36.9%
Sprachliche Folterung 25.3%
Haft ( ohne Urteil, Willkür ) 24.9%
Tötung, Folterung von Angehörigen 22.3%
Fesselungen 19.7%
Haft ( Einzelhaft, Dunkelhaft ) 18.9%
Zwangstechniken 18.5%
Zeuge von Folterungen v. Angehörigen/And. 18.5%
Entkleiden vor anderen 18.0%
Morddrohung 15.9%
Sexuelle Folter (% Männer) 14.5%
Schläge Fußsohlen (Falanga) 11.6%
Verbrennungen 11.6%
Deprivation 11.2%
Elektrofolter 10.7%
Stiche, Schnitte, Bisse 9.0%
Aufhängen (Arme, Beine) 8.6%
Schussverletzungen 6.9%
Scheinhinrichtungen 6.4%
Untertauchen/Wasserfolter 6.0%

Psychische Beschwerden ?

psychische Beschwerden 2008 Diagramm

Psychische Störungen in %
Posttraumatische Belastungsstörung F43.1 58.3%
Depression F 32.2 47.7%
Somatisierungsstörung F 45.0 6.1%
Körperliches Entfremdungsgefühl 5.3%
Suchtverhalten F 55.6 3.8%
Dissoziative Störungen F 44.8 3.0%

Körperliche Beschwerden ?

körperliche Beschwerden 2008 Diagramm


Statistik Folteropfer 2008

Behandlung
Statistik EFF-Folteropfer 2008 ?

Statistik 2008 EFF-Folteropfer
Erfassungszeitraum: 01.01.2008 bis 31.12.2008
Mehrfachnennungen möglich

Kontakte (Personen) absolut
Klienten 101
Überweisung zu Ärzten, Kliniken 7
Überweisung zu Beratungsstellen 4
Behandlung, soziale Beratung im BFU (Personen) absolut
Klienten in längerfristiger Behandlung (davon…) 101
Diagnostik im EFF-Berichtszeitraum 77
Nach Diagnose kein Folteropfer 4
Folteropfer, Bürgerkriegsopfer (auch Klienten aus Vorjahren) 97
Befunddokumentation im Berichtszeitraum 58
Verhaltenstherapie, Traumatherapie, Familientherapie 70
Kunsttherapie 15
Medizinische Behandlung im BFU (Nebenstelle LB) 9
Körpertherapie 1
Soziale Beratung (davon…)  
allgemeine soziale Beratung/Sozialbegleitung 54
Integrationsarbeit 37
Vermittlung in Ausbildung/Beruf 25
stützende Beratung und Begleitung 13
Vermittlung in Wohnung 13
Familienzusammenführung 5
Rückkehrberatung 1
Beratung vor der Anhörung beim Bundesamt 3
Unterstützung bei Behörden 59
Zugangswege in %
Beratungsstelle 25.7%
Ärzte, Kliniken, Gesundheitsämter 19.8%
Bekannte, Verwandte 18.8%
Kommunalbehörden 10.9%
ai – AK Asyl, Flüchtlingsorganisationen 7.0%
Selbst 6.9%
Rechtsanwälte 4.0%
Sonstige 6.9%
Aufenthaltssituation in %
Folgeantrag nach Ablehnung (Duldung) 50.5%
Anerkannte Asylbewerber (Aufenthaltserlaubnis) 34.7%
Asylantrag (Aufenthaltsgestattung) 8.9%
Vor Abschiebung 4.0%
Kontingentflüchtlinge 2.0%
Derzeitiger Wohnort in %
Ulm, Alb-Donau-Kreis 34.7%
Baden-Württemberg u. andere Bundesländer 60.4%
keine Angaben 4.9%
Finanzieller Status in %
Erwerbstätig 40.6%
Sozialhilfe 51.5%
Sonstiges (meist Kinder) 7.9%
Wohnen in %
Eigene Wohnung 37.6%
Lager (Sammelunterkunft) 41.6%
Verwandte 12.9%
keine Angaben 7.9%

Herkunftsländer ?

Grundgesamtheit: 101 Klienten (EFF-Folteropfer)
Durchschnittsalter: 31,3 Jahre
Klienten aus insgesamt 19 Ländern

Herkunftsländer / Ethnische Herkunft in %
Türkei (Kurden) 31.7%
Kosovo 27.7%
Irak 10.9%
Kamerun 5.9%
Algerien 3.0%
Iran 3.0%
Albanien 2.0%
Sierra Leone 2.0%
Togo 2.0%
Äthiopien, Georgien, Eritrea, Libanon, Liberia, Marokko, Nigeria, Palästina, Sudan, Tschetschenien je 1,0%
Geschlecht in %
Frauen 45.5%
Männer 54.5%
Sprache in %
Dolmetscher im therapeutischen Setting erforderlich 80.0%
Wichtigste Dolmetschersprachen
  • Türkisch
  • Albanisch
  • Kurdisch
  • Arabisch
  • Französisch
  • Englisch

Misshandlungsformen ?

Grundgesamtheit: 101 Klienten (EFF- Folteropfer)
Mißhandlungsformen Folteropfer 2008 Diagramm

Psychische Beschwerden ?

psychische Beschwerden Folteropfer 2008 Diagramm

Psychische Störungen in %
Posttraumatische Belastungsstörung F43.1 77.2%
Depression, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit F 32.2 60.4%
Kommunikationsstörungen, Vermeidungsverh. F43.2 32.7%
Somatisierungsstörungen F45.0 9.9%
Dissoziative Störungen F44.8 7.9%
Suchtverhalten F 55.6 6.9%
Körpergefühl, Entfremdungsgefühl, F48.1 6.9%
Andauernde Persönlichkeitsänderung F62.0 3.0%

Körperliche Beschwerden ?

körperliche Beschwerden Folteropfer 2008 Diagramm